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Kfz-Gewerbe: Diesel-Krise schwächt den Handel

174,4 Milliarden Euro Umsatz hat das Kfz-Gewerbe 2017 erzielt - doch trotz eines geringen Zuwachses sorgen die Umsatzzahlen in der Branche nicht uneingeschränkt für Begeisterung. Schuld ist die Diesel-Krise. "Die Autokäufer sind zutiefst verunsichert, drohende Fahrverbote in den Ballungsgebieten machen gebrauchte Diesel fast unverkäuflich", erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin.

Die vorläufige Durchschnittsrendite im Kfz-Gewerbe liege zwischen 1,3 bis 1,6 Prozent und werde unter dem Wert des Vorjahres (1,7 Prozent) bleiben, lautet die Prognose. Ein Grund dafür seien hunderttausende gebrauchte Diesel, die beim Handel auf Halde stehen. Eine Blitzumfrage des ZDK bei fast 1.600 Autohändlern hat ergeben, dass die Bestände an Euro-5-Diesel-Pkw weiter gestiegen sind. Im August waren es noch rund 300.000 Stück.

Insgesamt musste das Kfz-Gewerbe beim Gebrauchtwagengeschäft einen Umsatzrückgang verbuchen. Der Wert sank um 1,9 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro (Vorjahr 67,6 Milliarden Euro), rund 4,98 Millionen Fahrzeuge wechselten den Besitzer, 68 Prozent des Gesamtmarkts von knapp 7,3 Millionen Pkw (Vorjahr 7,4 Millionen).

Rund 90.000 mehr verkaufte Neuwagen ließen den Umsatz in diesem Geschäftsfeld um fünf Prozent auf 64,1 Milliarden Euro steigen. Mehr als jeder dritte Neuwagen wird von einem Privatkäufer erworben. Der Anteil der Privatkunden am Neuwagengeschäft betrug 35,6 Prozent und ist damit zum zweiten Mal in Folge gestiegen (Vorjahr: 35 Prozent). Stabil war das Werkstattgeschäft mit einem Umsatz-Plus von 0,5 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Im Durchschnitt waren die Werkstätten im vergangenen Jahr mit 86 Prozent ausgelastet. Die Anzahl der Betriebe ging im vergangenen Jahr um 270 auf insgesamt 37.470 zurück.