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Kia e-Niro meistert modernen Alltag

Er ist das erste elektrische Crossover-Modell des C-Segments, der Kia e-Niro. Und er punktet beim Test mit Fahrspaß und alltagstauglichem Komfort. Und energieeffizient ist er unterwegs. So hat der Elektro-Crossover eine kombinierte Reichweite von bis zu 455 Kilometern und fährt mit einer Batterieladung nach dem neuen Testverfahren WLTP im City-Zyklus sogar bis zu 615 Kilometer weit.

Hier ist zwar viel Theorie und nur in Grenzen Praxis im Spiel, doch der technologische Fortschritt beim Elektroantrieb bleibt offenkundig. Kurz gesagt: Die Autoindustrie hat geliefert, jetzt fehlt nur noch die adäquate Infrastruktur zum Beispiel im deutschen Straßennetz.

Der recht dynamisch auftretende und vielseitige Stromer kombiniert dieses Langstreckenpotenzial mit viel Platz, durchaus großem Gepäckraum, bemerkenswerter Fahrdynamik sowie modernsten Assistenz- und Energiespartechniken. Das sichert dem Neuling eine herausgehobene Position im Elektrofahrzeugmarkt.

Nach dem 2014 gestarteten Kia Soul EV ist der e-Niro das zweite weltweit vermarktete
Elektroauto der Marke. Es wird in Hwasung in Korea produziert, ist in Deutschland ab dem 10. Dezember bestellbar und feiert am 6. April 2019 zeitgleich mit dem neuen Soul seine deutsche Marktpremiere.

Der Kia Niro mag nicht der klassische Hingucker sein, doch als Elektroauto macht das geräumige Modell Passanten schon etwas neugierig. Der e-Niro bereitet von vornherein Freude durch seine Geräuscharmut und nahtlose Beschleunigung - Markenzeichen aller Elektrofahrzeuge. In Kombination mit hoher Effizienz und entsprechender Reichweite ist das Vergnügen aber zudem von nennenswerter Dauer.

Beim Antrieb stehen zwei Varianten zur Wahl. Das Basismodell (100 kW/136 PS) hat eine Batteriekapazität von 39,2 kWh und eine kombinierte Reichweite von lediglich 289 Kilometern. Die stärkere Version mit 150-kW/204 PS, 64-kWh-Akku und 455 Kilometern Reichweite sprintet in nur 7,8 Sekunden von null auf Tempo 100 - in dieser Fahrzeugklasse wirklich erwähnenswert. Für zusätzlichen Fahrspaß sorgen der tiefe Fahrzeugschwerpunkt und der "Sport"-Modus der vierstufigen Fahrmodus-Wahl. Über den Schnellladeanschluss (CCS-Stecker) lässt sich die Batterie an einer 100-kW-Station in nur 42 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen.

Die Verbesserungen haben ihren Grund. Denn Im e-Niro kommt die nächste Generation des Kia-Elektroantriebs zum Einsatz, bei dessen Fertigung neue, speziell für Kia entwickelte Produktionstechnologien angewendet werden. Zwei Leistungsvarianten mit unterschiedlich großen Lithium-Polymer-Batterien stehen zur Verfügung. Die kraftvollere Version mit 150 kW/204 PS verfügt über eine Batteriekapazität von 64 kWh, die besagte Reichweite von 455 Kilometern ermöglicht.
Das ist mehr, als viele benzinbetriebene Fahrzeuge im Stadtverkehr mit einer Tankfüllung schaffen.

Unterdessen bleibt das Basismodell mit 9,8 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 ebenfalls unter der 10-Sekunden-Marke (Spitze: 155 km/h). Beide Antriebsvarianten verfügen über einen Schnellladeanschluss für den europäischen Standardstecker (CCS). Die Batterie lässt sich an einer 100-kW-Station in 42 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen. Der e-Niro verdankt seine große Reichweite auch dem wirkungsvollen regenerativen Bremssystem, das beim Bremsen und Coasting (freies Rollen) kinetische Energie in elektrische umwandelt und mit dieser Strom die Batterie
lädt. Über die Wippen am Lenkrad kann zwischen fünf Einstellungen gewählt werden (Off, Level 1, Level 2, Level 3, One-Pedal), wobei die Intensität der Rekuperation mit jeder Stufe zunimmt. Die maximale Energieausbeute wird im "One Pedal"-Modus erzielt. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, setzt statt des freien Rollens sofort die Rekuperation und damit verbunden ein Bremseffekt ein. Dadurch lässt sich die Geschwindigkeit in normalen Verkehrssituationen allein mit dem Gaspedal regulieren.

Das geht auf Wunsch sehr bequem: Statt eine bestimmte Rekuperations-Stufe einzustellen, lässt sich auch eine Automatik-Funktion aktivieren. In diesem Modus wird mit Hilfe der Kamera der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage automatisch die für die jeweilige Fahrsituation optimale Einstellung gewählt.

Derweil lässt sich die Fahrdynamik des e-Niro mit der vierstufigen Fahrmodus-Wahl "Drive Mode Select" variieren (Eco+, Eco, Komfort, Sport). Während der Komfort-Modus auf das Alltagsfahren zugeschnitten ist, sprechen im Sport-Modus der Motor und die Lenkung schneller an. In dieser Einstellung werden
auch die maximalen Beschleunigungswerte erreicht.

Das praktische Fahrzeug mit Platz für eine vierköpfige Familie inklusive Gepäck ist zwar nicht auffallend preiswert, doch hat Kia den Einstieg in die Elektromobilität des C-Segments knapp unter die 30.000-Euro-Marke gedrückt - unter Berücksichtigung der Umweltprämie ih Höhe von 4.380 Euro. Kia geht allerdings davon aus, dass sich die meisten Kunden für den stärkeren Elektromotor mit höherer Reichweite entscheiden, ebenso für die gehobenen (und teureren) Ausstattungs-Linien "Vision" und "Spirit". Und in der Tat wird auch nur das stärkere Modell mit höherer Reichweite eine ernstzunehmende Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren darstellen.

Lars Wallerang / mid

Technische Daten Kia e-Niro 150 kW/204 PS:

Fünftüriger, fünfsitziges Crossover-Fahrzeug des C-Segments, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.375/1.805/1.570/2.700, Leergewicht: 1.866 kg, Zuladung: 418 kg, Kofferraumvolumen: 451-1.405 l, Wendekreisdurchmesser: 10,6 m.

Antrieb: Elektromotor, Frontantrieb, Leistung: 150 kW/204 PS , 0-100 km/h: 7,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h, Drehmoment: 395 bei 0-3600 U/min, maximale Reichweite (WLTP im City-Zyklus): 615 km. Stromverbrauch gewichtet, kombiniert (kWh/100 km): 15,9. Preis: ab 38.090 Euro.