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Präsentation Kia e-Niro Das Kompakt-SUV der Koreaner ist ab dem kommenden Jahr als Hybrid, Plug-in-Hybrid und in der voll-elektrischen Version zu haben

Kias Medizin gegen die Reichweitenangst

Kias Zukunft ist elektrisch. Nächster Schritt auf dem Weg dahin ist das Modell e-Niro, das die Maße eines Kompaktwagens mit der Reichweite eines großen E-Fahrzeugs kombiniert.

„One step ahead“, einen Schritt vor der Konkurrenz sieht Emilio Herrera, Chief Operating Officer von Kia Europa, seine Marke bei der Elektromobilität. Kia stellte jetzt den voll elektrifizierten e-Niro in Südfrankreich der Fachpresse vor.

Kias neues Kompakt-SUV soll mit 455 Kilometern die Reichweite von Luxus-Elektrofahrzeugen erreichen und gleichzeitig sparsam wie die kleinen, aber reichweitenarmen E-Autos sein. Der e-Niro kommt am 6. April zu den Händlern. Bestellt werden kann er schon jetzt.

Programm abgerundet

2016 wurde der erste Niro vorgestellt, ein Hybrid im wachsenden Segment der kompakten Sport Utility Vehicles, auf einer Plattform, die speziell für elektrifizierte Antriebe entwickelt wurde. Ein Jahr später kam der Plug-in-Hybrid hinzu. Nun rundet der e-Niro das Programm ab. Da er keinen Verbrennungsmotor mehr hat, aber eine große Batterie unterbringen muss, ist er unter dem fast identischen Blechkleid ein ganz anderes Auto – und ein Auto, das ganz anders als Diesel oder Benziner gefahren sein will.

Der e-Niro ist ein kraftvoller Sprinter – zumindest in der getesteten Version mit 159 kW Leistung (204 PS), von der in Deutschland 93 Prozent verkauft werden sollen gegenüber der Version mit schwächerem 100 kW-Motor und geringerer Reichweite. Mit diesem hofft Kia, in den Flottenmarkt einsteigen zu können, von dem die Koreaner bisher noch ausgeschlossen sind.

Ausgezeichnete Straßenlage

Der e-Niro wedelt schnell und freudig um die Kurven. Dank des tiefen Fahrzeugsschwerpunktes mit der in der Fahrzeugmitte im Boden verbauten, 453 Kilogramm schweren, Batterie hat das SUV eine ausgezeichnete Straßenlage.

Und der e-Niro lässt sich praktisch ohne herkömmliche Bremse fahren – mit dem einstellbaren Rekuperationsmodus bremst er sich praktisch in jeder normalen Verkehrssituation bis auf Null ab. Die Bremsenergie wird in die Batterie rückgespeichert. Für reine Stadtfahrten, wo dies häufig der Fall ist, hat Kia eine Reichweite von über 600 Kilometern errechnet.

Die wassergekühlte Lithium-Polymer-Batterie des kraftvolleren e-Niro verfügt über eine Batteriekapazität von 64 kWh. Die versprochene Reichweite beträgt 455 Kilometer. Die 100 kW-Version mit 39,2-kWh-Akku soll 289 Kilometer weit fahren.

Mit beiden Motorisierungen mobilisiert der Fronttriebler ein maximales Drehmoment von 395 Newtonmetern, das, wie bei E-Mobilen üblich, schon ab dem Start zur Verfügung steht. Die stärkere Variante sprintet in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 167 Stundenkilometern.

Der elektrifizierte Koreaner verfügt über einen Schnellladeanschluss für den europäischen Standardstecker (CCS). Die Batterie lässt sich an einer 100-kW-Station in 42 Minuten von 20 auf 80 Prozent Kapazität aufladen. An einer Wallbox zuhause braucht es beim größeren Akku knapp sechs Stunden zum Aufladen, an der Haushaltssteckdose 17 Stunden.

Typische Tigernase

Von außen ist der e-Niro durch den geschlossenen Kühlergrill in der markentypischen „Tigernasen“-Form als Kia zu identifizieren, innen durch den Gangwahl-Drehschalter. Da die Batterie flach im Fahrzeugboden integriert ist, kommet der e-Niro auf ein respektables Gepäckraumvolumen von 451 Litern. Das ganze Spektrum moderner Technologien und Assistenzsysteme ist – je nach Ausstattungsversion – schon serienmäßig. Hinzu kommen Besonderheiten, wie das Vorheizsystem für die Batterie und die energiesparende Wärmepumpe für die Klimatisierung des Innenraumes.

Der Einstiegspreis des e-Niro mit 100-kW-Motor und „Edition 7“-Ausstattung liegt bei 34 290 Euro, für die Top-Ausstattung „Spirit“ mit 150-kW-Motor verlangt Kia 44 790 Euro.