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Test Ford Ka+ 1,2 Ti-VCT Kleinstwagen im dynamischen Design bietet gutes Preis-Leistungs-Verhältnis / Fünftürer ist ab 9990 Euro erhältlich

Kleiner Ka hat was auf dem Kasten

Archivartikel

Wer Ford hört, denkt zuerst an große Modelle, die entweder viel Platz, viel Leistung oder beides bieten. Aber der amerikanische Automobilhersteller kann auch anders. Gutes Beispiel ist der kleine Ka, der als "+" förmlich über sich hinaus wächst.

Gut zwei Jahrzehnte ist es her, da feierte der Ford Ka seine vielbeachtete Weltpremiere. Der außergewöhnlich geformte Pkw übertraf als einer der ersten Vertreter des Kleinstwagen-Segments die Erwartungen seiner Macher. Der Dreitürer im auffälligen Design verkaufte sich überraschend gut. Was nicht zuletzt durch die Tatsache untermauert wird, dass der Produktionszeitraum der ersten Modellgeneration mit zwölf Jahren ungewöhnlich lang war. Anfang 2008 folgte dann Generation zwei und knüpfte an die Erfolgsgeschichte des klitzekleinen Flitzers an. So wundert es nicht, dass der Ka bis Ende 2016 in Europa rund zwei Millionen Mal verkauft wurde.

Seit Oktober bietet Ford nun die Europaversion der dritten Generation an, die mit einer stark veränderten Optik als Fünftürer nun unter dem Namen Ka+ verkauft wird. Für knapp unter 10 000 Euro bleibt der in Indien produzierte Wagen das günstigste Fahrzeug der Marke.

Das Schrägheckmodell KA+ basiert auf der weltweit genutzten B-Plattform von Ford, die unter anderem auch für den Fiesta, den EcoSport und den B-Max zum Einsatz kommt. Bei knapp vier Metern Gesamtlänge bietet er Raum für fünf Personen.

Der KA+ ist vier Zentimeter kürzer, aber etwas höher als der Fiesta. Diese Dimensionen bilden die Basis für einen Innenraum, der bei der Kopffreiheit der vorne Sitzenden und der Beinfreiheit der Fond-Passagiere laut Ford Maßstäbe in diesem Segment setzt. Hinzu kommt ein Gepäckraum von 270 Litern. Genug für einen Großeinkauf oder zwei große Koffer für den Kurzurlaub. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60/40 geteilt umklappen. Beachtliche 21 im Innenraum verteilte Ablagefächer erlauben das Verstauen kleinerer Gegenstände.

Eines dieser Staufächer ist das sogenannte MyFord-Dock in der Mitte des Instrumententrägers. Hier können die Mitfahrenden ihre Mobilgeräte wie Smartphone oder Navigationssysteme ablegen, befestigen und laden. Außerdem gibt es ein "Geheimfach" im Ka+. Es befindet sich in der Seite des Instrumententrägers und ist nur erreichbar, wenn die Fahrertür geöffnet ist. Damit lassen sich wertvolle Gegenstände von außen unsichtbar verstauen und sind gegen Diebstahl geschützt.

Das Karosserie-Design greift wesentliche Elemente der aktuellen Formensprache von Ford auf. So wird das ausgewogen proportionierte Erscheinungsbild durch den hoch angebrachten Trapezgrill und große, weit zurückreichende Scheinwerfer unterstrichen. Sämtliche Versionen des KA+ gefallen zudem durch smarte Details wie die Chrom-Akzente des Frontgrills sowie die in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger, Türgriffe und Außenspiegel.

Unter der Motorhaube des KA+ tritt eine neue 1,2-Liter-Version der Duratec-Motorenfamilie an. Der Euro 6-Vierzylinder-Benziner ist in zwei Leistungsstufen mit 70 PS (Testversion, ab 9990 Euro) oder 85 PS (ab 11 400 Euro) erhältlich. Das Triebwerk basiert auf derselben Grundkonstruktion wie der aktuelle 1,25-Liter-Motor des Fiesta und wartet mit einer doppelten unabhängigen Nockenwellensteuerung (Ti-VCT) auf. Diese Technologie soll den Fahrleistungen, der Kraftstoffeffizienz und dem Emissionsverhalten zugutekommen.

Der kleine Ka+ hat ganz schön was auf dem Kasten. In Verbindung mit dem serienmäßigen manuellen Fünfganggetriebe spricht das neue 1,2-Liter-Aggregat sanft, aber agil auf Gaspedalbefehle an. Der Motor wurde auf ein breit nutzbares Drehzahlband ausgelegt, damit der Wagen sowohl im Stadtverkehr als auch auf längeren Autobahnfahrten dynamischen Fahrspaß vermitteln kann.

Und das tut er auch auf durchaus überzeugende Art und Weise. Im Test gefiel der Mini-Ford durch seine Agilität und seine angenehme Laufruhe. Dass man es nicht mit einem Sportwagen zu tun hat, ist klar. Mit seinen 70 PS war der Ka+ jedoch für die Fahrt über Land und erst recht für den Stadtverkehr absolut ausreichend motorisiert. Selbst auf der Autobahn wird es den Insassen nicht mulmig - auch wenn es sich hier sicher nicht um das Lieblingsterrain des geräumigen Kleinstwagens handelt.