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Test Kia Rio 1,0 T-GDI Vierte Generation des kompakten Koreaners bietet frisches Design, leistungsstarke Motoren und umfangreiche Ausstattung

Kleinwagen mit großen Fähigkeiten

Mit der vierten Generation des Rio hat Kia die Kleinwagenklasse aufgemischt. Technisch up to date, optisch gelungen: Der Rio bietet ein attraktives Gesamtpaket – zu einem vernünftigen Preis.

Der Kia Rio ist schicker, schärfer und schnittiger als seine Vorgänger. Die Frischzellenkur hat ihm gut getan. Zudem stimmt das Verhältnis von Preis und Leistung. Der gar nicht so kleine Rio (ab 11 950 Euro) sticht aus der Masse heraus, bringt gute Fahrleistungen mit sich und bietet mehr Platz für Fahrer und Gepäck, als man zunächst für möglich hält.

Obendrein ist er technisch voll auf der Höhe der Zeit und auf die Entertainment-Bedürfnisse speziell jüngerer Autofahrer ausgerichtet, die Kia durchaus als Zielgruppe ins Auge gefasst hat. An Bord gibt es so ziemlich alles an Schnittstellen und Buchsen, was der „Nachwuchs“ heute so braucht, um dem Lifestyle entsprechend auch am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Ein Jahr nach der Markteinführung der aktuellen Generation IV hat Kia sogar noch einmal nachgelegt und die Ausstattung seines Bestsellers überarbeitet. So wurde die Angebotspalette um die neue Sportausführung GT Line (ab 20 650 Euro, Testversion) erweitert.

Mit exklusiven Elementen sowohl im Außendesign (Sportstoßfänger, LED-Nebelscheinwerfer, Seitenschweller, spezielle 17-Zoll-Felgen, veredelte Karosseriedetails) als auch im Interieur (Sportlenkrad, Sitzbezüge in Kombination aus Stoff und Ledernachbildung, Dekorelemente in dunkler Metalloptik beziehungsweise Karboneffekt) wirkt das Modell noch ein gutes Stück frischer und dynamischer als in der Standardausführung. Zudem wird die bislang als limitiertes Sondermodell angebotene „Dream-Team Edition“ künftig als reguläre Ausführung angeboten.

Bei aller Rücksicht auf die Bedürfnisse der Jugend ist der Rio dennoch ein ganzes Stück erwachsener geworden. Das Design macht den Koreaner mit dem kurzen Namen, der an Brasilien denken lässt und übersetzt „Fluss“ heißt, zu einem ganz anderen Typen als seinen Vorgänger. Etwas länger, breiter und flacher, wirkt er unter dem Strich dynamischer. Der Radstand ist um satte zehn Zentimeter gewachsen. Dafür wurde das Heck ein gutes Stück kürzer, wobei der Kofferraum immer noch ordentliche 325 Liter fasst. Mit umgeklappten Rücksitzen werden es sogar rund 1100 Liter.

Zur gesteigerten Fahrfreude trägt neben dem agileren Handling der vierten Modellgeneration ein 1,0-Liter-Turbobenziner bei. Das moderne Downsizing-Triebwerk wird in zwei Leistungsstufen angeboten (100 oder 120 PS).

Im Test hinterließ der Rio mit diesem Antrieb (120 PS-Variante) einen sehr guten Eindruck. Durchaus spritzig, aber dennoch sehr komfortabel, kam der Fahrspaß nicht zu kurz. Auch unterstützt durch eine schön direkte Lenkung und ein knackiges Schaltgetriebe. Und wenn man die Gänge mal richtig ausfährt, dröhnt es einem nicht gleich die Ohren weg – der Rio bleibt relativ gelassen.

Das gilt auch für den Durst: Mit rund sechs Litern Super auf 100 Kilometern lag der Testverbrauch nur einen Liter über der Angabe des Herstellers. Mit etwas mehr Zurückhaltung lässt sich das sicher noch ein Stück weit reduzieren und an die von Kia angegebenen 5,2 Liter annähern.

Die beiden weiteren Aggregate für den Rio – ein 1,2- und 1,4-Liter-Benziner – wurden vom Vorgänger übernommen und überarbeitet. Die leistungsreduzierte Diesel-Variante des 1.4 CRDi, die zur Markteinführung noch auf der Motoren-Liste stand, bietet Kia dagegen nicht länger an.

Insgesamt stehen sechs Ausstattungsvarianten vom Rio zur Auswahl: Los geht es mit dem „Attract“ (ab 11 950 Euro), gefolgt vom „Edition 7“ (ab 13 750 Euro), der „Dream-Team-Edition“ (ab 15 250 Euro), dem „Spirit“ (ab 17 150 Euro), dem „GT Line“ (ab 19 950 Euro) und der Top-Version „Platinum Edition“ (ab 22 150 Euro).

Bereits die Einstiegsversion beinhaltet unter anderem Audiosystem, Bordcomputer, Dämmerungssensor, elektrisch einstellbare Außenspiegel und Start-Stopp-System.

Voll ausgestattet präsentiert sich das Modell in der „Platinum Edition“. Deren Serienumfang reicht von elektrischem Glasschiebedach, Klimaautomatik und Sitzbezügen in Ledernachbildung bis zu Smart-Key, Aluminium-Sportpedalen und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Standard ist in der Topversion zudem die Siebenzoll-Kartennavigation, die neben dem Multimediadienst Kia Connected Services auch die Smartphone-Schnittstellen Android Auto und Apple CarPlay sowie digitalen Radioempfang beinhaltet.

Standardmäßig ist der Rio mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Der 1,4-Liter-Benziner ist auch mit einer Vierstufen-Automatik (1200 Euro Aufpreis) erhältlich. Den 1.0 T-GDI 120 gibt es zudem mit Doppelkupplungsgetriebe DCT7 (1500 Euro extra).

Die Sicherheitsausstattung beinhaltet serienmäßig sechs Airbags und ein erweitertes Stabilitätsprogramm mit Gegenlenkunterstützung, Berganfahrhilfe und Bremsstabilisierung im Geradeauslauf (SLS). Dazu verfügt der neue Rio über einen autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung (Serie ab „Spirit“, für alle anderen Ausführungen optional).