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Konzern-Umbau bei Daimler schreitet voran

Archivartikel

Beim Umbau des Daimler-Konzerns geht die Führungsspitze einige Schritte weiter. So haben Vorstand und Aufsichtsrat der Daimler AG ihre Zustimmung zur neuen Struktur der Daimler AG gegeben. Im vergangenen Herbst waren bereits erste vorbereitende Maßnahmen eingeleitet worden, um das Pkw- und Van-Geschäft sowie das Lkw- und Bus-Geschäft des Konzerns in rechtlich selbstständigen Einheiten zu bündeln. In der neuen Aufstellung will Daimler seinen Divisionen mehr unternehmerische Freiheiten geben, noch markt- und kundenorientierter werden und Kooperationen einfacher und schneller ermöglichen.

Nach den positiven Beschlüssen von Vorstand und Aufsichtsrat kann das Unternehmen das "Projekt Zukunft" nun umsetzen. Die Schritte sollen in den Jahren 2018 und 2019 auf Basis klarer wirtschaftlicher und technischer Kriterien erfolgen. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen bedürfen zunächst der finalen Zustimmung der Aktionäre. Eine Vorlage zur Zustimmung soll auf der ordentlichen Hauptversammlung der Daimler AG im Jahr 2019 erfolgen.

"Mit der neuen Organisationsstruktur stellt sich Daimler für den rasanten Wandel der Mobilitätsbranche und die damit verbundenen strategischen Herausforderungen auf", sagt Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats. "Durch die künftig rechtlich selbstständigen Geschäftsfelder schärfen wir unseren Fokus für den wirtschaftlichen Erfolg der Zukunft."

Nach vollständiger Umsetzung der neuen Struktur soll der Bereich Mercedes-Benz Cars & Vans unter der Leitung der Mercedes-Benz AG künftig rund 175.000 Mitarbeiter haben, während der Bereich Daimler Trucks & Buses unter der Leitung der Daimler Truck AG über eine Belegschaft von rund 100.000 Mitarbeitern verfügt. Die bereits rechtlich selbstständige Daimler Financial Services AG soll künftig Daimler Mobility AG heißen.

Mit den drei Einheiten will sich Daimler flexibler und fokussierter aufstellen. Das operative Geschäft von Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses soll in die neuen Einheiten übertragen werden, um damit als starke Divisionen mit klarer Ausrichtung, eigener unternehmerischer Verantwortung und hohem Wertschöpfungspotential agieren zu können. Kooperationen und Partnerschaften könnten dann noch zielgerichteter eingegangen werden. Alle drei Gesellschaften sollen mitbestimmte deutsche Aktiengesellschaften mit Sitz in Stuttgart werden.

Die Daimler AG als Dachgesellschaft will Corporate Governance-, Strategie- und Steuerungs-Funktionen sowie konzernübergreifende Dienstleistungen wahrnehmen. Damit will man auch sichergestellen, dass Synergien unverändert bestehen bleiben. Die Verantwortung für die konzernweite Finanzierung soll weiterhin bei der allein börsennotierten Daimler AG als operativer Management-Holding liegen. Laut Daimler ist nicht geplant, dass sich das Unternehmen von einzelnen Geschäftsbereichen trennt.

"Projekt Zukunft" sei die konsequente Fortführung der Konzernstrategie, betont Daimler-Chef Dieter Zetsche. "Daimler formiert sich technologisch, kulturell und jetzt auch strukturell bestmöglich für die Zukunft." Im Zentrum all dieser Veränderungen stünden dabei die Bedürfnisse der Kunden auf der ganzen Welt. Ihnen könne man in der neuen Aufstellung noch gezielter maßgeschneiderte Mobilitätslösungen anbieten.