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Künstliche Intelligenz: Mehr Sicherheit in der Wohlfühl-Oase

Archivartikel

Autos müssen heute viel mehr können, als Personen von einem Ort zum anderen zu bringen. Sie sind Arbeitsplatz und Kommunikationszentrale - und im besten Falle auch Wohlfühloase. Technologieunternehmen wie Continental arbeiten daran, all diese Anforderungen zu optimieren. Und behalten dabei immer die Sicherheit im Blick.

"Ein Fan der Toten Hosen hört im Radio keinen Schlagersender!" Mit diesem einfachen Beispiel erklärt Corina Mitrohin, bei der Division Interior von Continental verantwortlich für den Bereich "Künstliche Intelligenz", die in Wahrheit komplizierte Aufgabenstellung, die KI-Algorithmen lösen müssen. Um Künstliche Intelligenz ins Auto zu bringen, spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, angefangen mit Sensoren, die den Innenraum "scannen" und die Befindlichkeiten der Insassen ermitteln, über die Deutung dieser Information, die Schlussfolgerung daraus bis hin zur Aktion - welche Maßnahme muss nun vorgenommen werden.

Die Problemstellung ist hier die gleich wie bei einem Assistenten, der automatisiert eine Notbremsung durchführt. Bezogen auf den Fahrzeuginnenraum geht es vor allem darum, auf die Gefühlswelt des Menschen hinterm Lenkrad und seiner Mitfahrer zu reagieren - wie im Beispiel durch die Auswahl des richtigen Musiksenders. Natürlich spielt auch das Thema Sicherheit eine entscheidende Rolle. Erfassen die Innenraumkameras beispielsweise Anzeichen von Müdigkeit beim Fahrer, kann ein entsprechendes System eine Warnung abgeben, um die Konzentration wieder auf die Straße zu lenken.

Künstliche Intelligenz ist auch die Basis für Sprachassistenten wie dem cloudbasierten Alexa Voice Service. Continental nutzt Alexa, um eine natürliche Kommunikationssituation zwischen Fahrer und dem "Digital Companion", wie das Assistenzsystem heißt, herzustellen. Erscheint plötzlich eine Warnleuchte im Display, kann sich der Fahrer sofort erklären lassen, für welche Fehlfunktion diese steht. Aber damit nicht genug: Das intelligente System checkt sofort den Terminplan der vernetzten Werkstatt und vereinbart auf Wunsch einen Termin - schöne neue Autowelt. Bis dieser digitale Helfer Einzug in Serienfahrzeuge hält, dauert es nicht mehr lange. Theoretisch sei das System ab 2019 verfügbar, heißt es bei Continental.

Aber nicht nur die Spracherkennung hilft dabei, dass Menschen sicherer und komfortabler im Auto unterwegs sind. Mithilfe eines Touch-Displays mit 3D-Oberfläche unterstützt Continental den Nutzer dabei, die gewünschten Funktionen blind zu finden. Eine stark ausgeformte U-Struktur im unteren Bereich des Displays gibt die Richtung für den Finger vor, um Funktionen wie Lautstärke oder Klimatisierung zu bedienen. Der Vorteil: Der Blick bleibt immer auf der Straße, die Ablenkung ist geringer als bei herkömmlichen Displays und der Fahrer findet oft genutzte Funktionen wie im Schlaf.

Auch die allerneueste Generation des Head-up-Displays hilft dabei, den Blick aufs Wesentliche zu richten. Das "Augmented Reality Head-up-Display" basiert auf Wellenleitertechnologie und soll 2023 marktreif sein. Der Clou: Großflächige Projektionen können trotz relativ kleiner Gerätegröße und Einbautiefe realisiert werden. Während herkömmliche Head-up-Displays, die mit mehreren Spiegeln arbeiten, um die Projektion der Informationen auf der Windschutzscheibe zu ermöglichen, viel Platz im Armaturenbrett benötigen, dabei aber nur kleine Bilder erzeugen, kann das neue System, das Continental gemeinsam mit DigiLens entwickelt hat, einem der führenden Unternehmen in der holografischen Projektionstechnologie, die Informationen für den Fahrer großflächig darstellen. So können beispielsweise die Abbiegepfeile der Navigation in die reale Umgebung des Fahrzeugs eingebettet werden - der Fahrer sieht die Richtungsanweisungen also direkt vor sich auf der Straße. Das bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern hat noch einen anderen Nebeneffekt: den Wow-Effekt, der bei modernen Autokäufern nicht zu unterschätzen ist.

Mirko Stepan / mid