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Mit dem Skoda Octavia RS durch die Grüne Hölle

Archivartikel

Der ehemalige Formel-1-Pilot und dreimalige Weltmeister Sir Jackie Stewart war von der Nürburgring-Nordschleife derart beeindruckt, dass er ihr einst den Namen "Grüne Hölle" verpasste. Bis heute gilt sie als die anspruchsvollste, gefährlichste und zugleich längste permanente Rennstrecke der Welt. Umso glücklicher kann sich jeder Rennfahrer, aber auch ambitionierte Rookie schätzen, einmal die Grüne Hölle mit Ring-Profis "erfahren" zu dürfen.

Seit rund zehn Jahren bietet die Scuderia S7 Sportfahrertrainings auf der Nürburgring-Nordschleife an. Mit einer großen Portion Know-how und einem motorsporterfahrenem Team aus teilweise noch aktiven Rennfahrern sorgt die Scuderia S7 in einem straffen zweitägigen Programm für viel Spaß auf dem Asphalt mit dem Ziel der exzellenten Fahrzeugbeherrschung im Alltag.

Skoda Auto Deutschland hat für das Herbsttraining heißbegehrte Plätze ergattert und das sportliche Familienauto Octavia RS als Limousine und Kombi zur Verfügung gestellt. Der Octavia RS bietet neben durchzugsstarkem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 245 PS ein athletisches Design und guten Halt in den Sportsitzen. Ein straffes Sportfahrwerk unterstützt die sportliche Fahrweise und gibt dem sportlichen Tschechen die nötige Stabilität auf der Straße - und auch auf der Rennstrecke.

Die 20,832 Kilometer der Nordschleife sind in sechs lange Sektionen geteilt, die in Kleingruppen detailliert erfahren werden. Im Personal Coaching des ersten Trainingstages zeigt Instruktor Stefan alle Bremspunkte, Einlenkpunkte, Auslaufpunkte, Sichtwinkel und Anhaltspunkte der Strecke. Jeder Teilnehmer darf einmal direkt hinter ihm fahren, dann wird gewechselt. Wir erfahren so die Grüne Hölle rund acht Mal in Rennrichtung als auch gegen die Rennrichtung und haben schon am ersten Abend mehr als 300 Ring-Kilometer auf dem Konto gesammelt.

Die 33 Links- und 40 Rechts-Kurven, einen Höhenunterschied von 300 Metern, 17 Prozent Steigung und 11 Prozent Gefälle meistert der Octavia RS hervorragend und vermittelt dabei ein Gefühl von Sicherheit. Denn für Ring-Neulinge erfordert die eine oder andere Passage eine ordentliche Portion Mut für den bevorstehenden Blindflug über den nächsten Hügel und durch die nächste Kurve.

Beim Guided Fahren am zweiten Trainingstag folgen wir Instruktor Bernd für die gesamte Länge der Nordschleife und setzen das Erlernte vom Vortag um. Wir fahren vier Runden am Stück und wechseln unsere Position für das Fahren direkt hinter dem Instruktor immer auf der längsten Gerade der Strecke, der Döttinger Höhe. Mit jeder Runde kommt eine Portion mehr Mut und Selbstvertrauen dazu. Die Geschwindigkeit wird höher, der Abstand zu den Randsteinen (Curbs) wird geringer, der Bremspunkt und Auslaufpunkt wird gezielter und das Kurvenfahren präziser. Vor allem aber kommt immer mehr Lust auf die Grüne Hölle hinzu. Das Aussteigen für die Motorenruhe fällt zunehmend schwerer.

Nach der Motorenruhe und einer kleinen Stärkung in der Mittagszeit steht noch eine Gleichmäßigkeits-Prüfung für alle Teilnehmer des Sportfahrertrainings der Scuderia S7 mit anschließender Siegerehrung an. Die zwei zu fahrenden Runden werden auf eine möglichst nah beieinanderliegende Rundenzeit gewertet. Instruktor Bernd nimmt auf meinem Beifahrersitz Platz und wir starten mit dem Skoda Octavia RS in der Kombi-Version ganz zum Schluss, nach all den Boliden von Porsche, Lamborghini und Mercedes-AMG. Natürlich kommen wir auch als letztes Fahrzeug ins Ziel, erreichen aber mit einer recht respektablen Rundenzeit von etwa 10 Minuten das Mittelfeld der Gesamtwertung. Diese "Erfahrung" lässt sich fast nicht beschreiben und benötigt nur zwei Worte: "Glück und Dankbarkeit".

Bianca Burger / mid