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Mit Honda auf der Rennstrecke: Die Post geht ab

Was ist dran an der Faszination Nürburgring mit der legendären Nordschleife? Wer nicht einmal selbst vor Ort war, wird das wohl nicht verstehen. Die Nordschleife wird als die schwierigste Rennstrecke der Welt gehandelt. Hyundai hat in Südkorea einen Teil der Strecke sogar nachgebaut, um die flotten N-Fahrzeuge realitätsnah zu testen. Doch an das Original kommt keiner dran.

25,378 Kilometer Länge, diverse Höhenunterschiede und 64 knackige Kurven gibt es nur in der Eifel. Keine Kopie, egal wo auf der Welt, kann hier mithalten. Und das Wetter macht, was es will. Freitags gibt es Sonne satt und am Sonntag ziehen dann dichte Nebelschwaden auf. Alle namhaften Hersteller sind mit von der Partie. Motorsport steht für Emotionen, rund 210.000 Fans sind auch 2018 wieder zum 24-Stunden-Rennen in die Eifel gepilgert. Ein Riesen-Spektakel.

Auch im Rahmenprogramm geht die Post ab: Da hat das deutsche Honda-Team Münnich Motorsport beim dritten Event des neu geschaffenen FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) den zweiten Saisonsieg gefeiert. Esteban Guerrieri gewann das zweite von insgesamt drei Rennen. Der Argentinier setzte sich in seinem Honda Civic Type-R nach einem spannenden Vierkampf gegen Pepe Oriola (Spanien/Seat), Frederic Vervisch (Belgien/Audi) und dem ehemaligen Tourenwagen-Weltmeister Yvan Muller (Frankreich/Hyundai) durch. Vier verschiedene Marken (Honda, Seat, Audi, Hyundai) auf den ersten vier Plätzen und innerhalb von nur 3,787 Sekunden dokumentieren die Ausgeglichenheit in der WTCR.

"Das war mein erster Sieg auf dieser berühmten Rennstrecke", sagt Guerrieri nach seinen Coup. "Als ich mich an Pepe Oriola vorbeigekämpft habe, gab es für mich nur ein Ziel: Den Sieg auf diesem fantastischen Kurs."

Im Schwesterauto belegte Guerrieris Teamkollege Yann Ehrlacher den sechsten Platz. Weil der Franzose allerdings in den beiden weiteren Läufen punktlos blieb, fiel er vom dritten auf den fünften Platz der Gesamtwertung zurück. Dagegen verbesserte sich der zweimalige Indy-Lights-Vizemeister Guerrieri nach einem Ausfall im ersten und Platz acht im dritten Rennen vom achten auf den siebten Gesamtrang.

Von Startplatz drei aus hatte sich Guerrieri in Lauf zwei im Verlauf der ersten Runde an dem Trainingsschnellsten Oriola vorbei an die Spitze gesetzt und diese bravourös verteidigt. Oriola versuchte zwar alles, er konnte die Führung aber nicht mehr zurückerobern. Die nur wenige Meter dahinter um Position drei kämpfenden Vervisch und Muller hatten letztlich ebenso wenig eine Siegchance wie DTM-Champion René Rast. Der Gaststarter, der im werksunterstützen Audi von Startplatz zwei losgefahren war, musste nach einer Kollision vorzeitig aufgeben.

Was treibt Honda im Motorsport eigentlich an? Man wolle Fortschritte erzielen und Ideen erarbeiten. Man wolle aus Fehlern lernen: Dazu werden ständig Herausforderungen benötigt, sagen die Verantwortlichen dem Motor-Informations-Dienst (mid). Und deshalb geht bei Honda auch in Zukunft auf der Rennstrecke die Post ab.

Jutta Bernhard / mid, Arno Wester / mid