Auto

Fiat 500C Collezione Das 30. Sondermodell wendet sich an den modebewussten Kunden

Moderner Schick im Retro-Look

Mit dem Fiat 500 Collezione – das insgesamt 30. Sondermodell der seit elf Jahren produzierten 500er-Baureihe – setzt Fiat auf Farbe und einen Hauch von Luxus.

Vorgestellt in Mailand, London, Berlin, Paris und Madrid – der neue Cityflitzer setzt bewusst auf Mode. Ende 2007 ging die Kopie des Klassikers an den Start und wurde 2015 noch einmal ganz vorsichtig geliftet. Seit elf Jahren rollt der „neue“ Fiat 500 quasi unverändert über die Straßen. Da müssen eben die Sondermodelle dafür sorgen, dass der kleine Italiener weiter heiß begehrt bleibt. Das scheint auch gut zu funktionieren, zumindest sprechen die Verkaufszahlen eine deutliche Sprache. Eine wirkliche Veränderung der Retro-Stil-Optik hätte wahrscheinlich sogar eher negative Folgen.

Taormina Elfenbein, Gelato Weiß und Dipinto di Blu Blau Metallic sind die klanghaften Namen der Karosseriefarben des Fiat 500 Collezione, der auch in den Bicolore-Varianten Primavera als Kombination aus Gelato Weiß und Lunar Blau sowie Acquamarina (Gelato Weiß/Lattementa Grün) zu haben ist. Entscheidet man sich für das Cabriolet, ist das elektrische Stoffverdeck stets in Grau gehalten. Eine Reminiszenz an den historischen Cinquecento sind laut Fiat beispielsweise Chromelemente am vorderen Stoßfänger, auf der Motorhaube, den Abdeckkappen der Außenspiegel, der Auspuffblende, den Fensterleisten und den Türgriffen. 16-Zoll-Leichtmetallräder runden das gefällige Äußere ab.

Innen wirkt der Fiat 500 edel – und das, obwohl meist Hartplastik zum Einsatz kommt. Helle, freundliche Farben strahlen eine gewisse Leichtigkeit aus und sorgen sofort für ein Wohlfühlambiente. Die Raffaello-Dame würde das stylische Bild perfekt ergänzen – und sie hätte in dem hohen Gefährt sogar mit Hut ausreichend Platz. Schließlich bietet der 500er scheinbar endlose Kopffreiheit. Trotzdem hat man – es mag an der geringen Breite liegen – den Wunsch, etwas niedriger zu sitzen. Doch das lässt sich leider nicht wirklich bewerkstelligen. Während der Beifahrer gänzlich ohne Höhenverstellung auskommen muss, hat der Fahrer zumindest die Option, die Sitzfläche in der Neigung zu verstellen, was aber an der Höhe nicht wirklich etwas ändert. Auch beim Seitenhalt der schicken Sitze hat Fiat noch Luft nach oben, wenngleich der Komfort keine Wünsche offen lässt. Hinten wird es in Abhängigkeit zu den vorne sitzenden Personen vergleichsweise eng. Nehmen dort 1,85 Meter große Personen Platz, ist hinten der Kontakt mit Vordersitz und Dach bei Erwachsenen fast schon sichergestellt. Auch in der Breite ist es hinten nicht allzu üppig, was aber bei einer Auslegung für zwei Personen nicht wirklich mit Einschränkungen verbunden ist.

Der von den FN getestete 1,2-Liter-Vierzylinder mobilisiert 69 PS. Das reicht bei einem Gewicht von rund einer Tonne wunderbar für die Stadt. Auf der Landstraße kann man noch gut mitfahren, wenn der Berg nicht allzu steil ist. Überholen will jedoch überlegt sein. Schaltfaule stoßen hier noch schneller an die Grenzen. Die Gänge lassen sich präzise einlegen, und der Schaltknauf sitzt an einer komfortablen Stelle. Die Lenkung steht der Schaltung in nichts nach und bietet guten Kontakt zur Fahrbahn.

Das gemütliche Fahren auf der Landstraße wird – zumindest bei schönem Wetter – vom Cabrio-Feeling versüßt. Das ist wegen der nach wir vor vorhanden B- und C-Säulen zwar eingeschränkt, bietet aber den Luft- und Sonnenhungrigen mehrere Variationsmöglichkeiten. So lässt sich das Stoffrollo nicht nur komplett ausrollen, sondern kann in zwei weiteren Positionen teilgeöffnet werden. Die Sicht nach hinten wird bei einer Vollöffnung stark eingeschränkt. Das ist bei der Teilöffnung nicht der Fall, dafür nervt dann ein unerträgliches Wummern, das spätestens ab 80 Stundenkilometern auftritt. Vorteil ist, dass das Faltdach den ohnehin kleinen Kofferraum nicht noch kleiner macht. Hinter der Klappe stehen gerade mal 185 Liter zur Verfügung, was an eine Reise mit Koffern nicht wirklich denken lässt, aber wer kauft dafür schon einen Fiat 500? Wer derartiges plant oder gar einen Einkauf im Baumarkt beabsichtigt, hat sicher noch ein dafür taugliches Auto oder kennt jemanden, der ein solches hat.

Für den Fiat 500 Collezione stehen fünf Euro-6-Motoren zur Wahl. Das getestete Basismodell, das auch mit Fünfgang-Dualogic-Automatik kombiniert werden kann, wird auch in einer bivalenten Variante angeboten, die wahlweise mit Benzin oder Autogas (LPG) arbeitet. In zwei Leistungsvarianten mit 63 kW (85 PS) beziehungsweise 77 kW (105 PS) steht der Zweizylinder-Benziner TwinAir in der Preisliste, in der Version mit 63 kW (85 PS) ebenfalls in Kombination mit Dualogic-Automatik. Der Turbodiesel des Fiat 500 Collezione 1.3 16V MultiJet leistet 70 kW (95 PS).

Dass der Fiat 500 Collezione ein modisches Auto ist, steht außer Zweifel. Doch das hat den Italienern wohl nicht gereicht. Und so zeigt der Collezione nun auch seine saisonale Anpassungsfähigkeit. Es gibt ihn nicht nur in der hier vorgestellten frischen Frühling/Sommer-Version. Für 300 Euro mehr kann man sich den Kleinstwagen auch passend für die kälteren Tage gönnen, ganz von „den Farben und der Stimmung des Herbstes und Winters inspiriert“. So zum Beispiel das zweifarbige „Brunello“, das tiefes Bordeaux mit Dunkelgrau kombiniert.