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Präsentation Honda e prototype Honda stellt auf beim Genfer Automobilsalon seine Idee eines Elektroautos vor / Serienproduktion soll im Sommer in Japan anlaufen

Neue Plattform für kompaktes Elektro-Auto

Archivartikel

Honda konzentriert sich bei der E-Mobilität vorerst auf die Stadt. Beim Genfer Automobilsalon wird der japanische Hersteller am 5. März den serienreifen „e prototype“ vorstellen, einen Kleinwagen in Jazz-Größe mit 200 Kilometern Reichweite. Was bei der IAA 2017 unter dem Namen „Urban EV“ noch bloßes Konzept war, hat nun die Schwelle zur Serienproduktion erreicht.

Im Herbst in Frankfurt wird endgültig das Serienauto – dann auch mit einem zugkräftigen Namen – präsentiert, um die Jahreswende soll mit der Produktion in Japan begonnen werden. Wohl im Frühjahr 2020 geht der „e prototype“ dann an den Start.

Ganz anderes Auto

Übrigens zuerst in Europa. Wo die Grenzwerte für CO2 besonders streng sind und der Flottenverbrauch eine wichtige Rolle spielt, passt ein Null-Emissions-Auto ausgezeichnet ins Portfolio.

Bei einer Vorab-Präsentation in der Nähe von Stuttgart erlaubte Honda Fachjournalisten schon erste Blicke auf das E-Auto. Es ist rund zehn Zentimeter kürzer als der Jazz (also unter vier Meter Länge) – wobei der Vergleich mit dem Kleinwagen hinkt.

Denn der e-prototype ist ein ganz neues, ganz anderes Auto. Honda hat der Versuchung widerstanden, sein E-Auto auf einer bestehenden Plattform und bekannten Karosserieform aufzubauen.

Stattdessen entwickelten die Honda-Ingenieure eine spezielle Plattform für E-Autos mit kompakten Abmessungen, relativ langem Radstand, breiter Spur und kurzen Überhängen, die sich im urbanen Raum durch gute Manövrierfähigkeit auszeichnen soll.

Daten zur Motorisierung und zum Fahrwerk sind vorerst noch nicht bekannt. Nur soviel: Die Kraft des Elektromotors wird über einen Hinterradantrieb auf die Straße gebracht.

Der e prototype hat die erwähnte Reichweite von 200 Kilometern und seine Batterie wird in einer halben Stunde bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen sein. Das Fahrzeug ist rund anderthalb Tonnen schwer. Der erste kompakte Honda auf der EV-Plattform soll für eine Mischung aus Wirtschaftlichkeit, kraftvollem Auftritt und Nutzerfreundlichkeit stehen.

Die Karosserie spiegelt den Wunsch nach purer Funktionalität wider. Einfache Formen, klare Flächen ohne überflüssige Kanten, sanfte Übergänge von der Motorhaube zur Panorama-Windschutzscheibe, runde Scheinwerfer vorne und hinten – so definieren die Honda-Designer das Lifestyle-Auto für die Stadt. Die Türgriffe schließen bündig mit der Karosserie ab, statt den Rückspiegeln sind kleine Kameras eingebaut. Deren Bilder werden auf Screens links und rechts des Armaturenbretts übertragen. Diese gestalterischen Akzente sorgen gleichzeitig für gute Aerodynamik-Werte und geringe Fahrgeräusche.

„Betankt“ wird der e prototype über eine in der Mitte der Motorhaube eingelassene Ladestation, die aufgeklappt bequem von oben zu bedienen ist. Innen ist der e prototype erstaunlich geräumig. Einen Getriebekanal gibt es nicht, der Boden ist durchgängig eben.

Blickfang im Interieur ist das Armaturenbrett mit einem vertikalen „Brett“ aus Holzimitat, auf dem fast horizontal die Bildschirme zur Steuerung der Fahrassistenten, Dienste und des Infotainment-Systems stehen. Honda verspricht eine einfache Menüsteuerung zur Anwendung der vielen elektronischen Helfer.

Bei der Serienausführung des e prototype wird der Käufer voraussichtlich zwischen zwei Varianten wählen können – die technische Ausstattung wird bei beiden gleich sein. Preise werden noch nicht genannt. Bei der Vorabpräsentation wurde jedoch betont, dass Honda nicht über Downsizing beim Preis in den Markt kommen will.