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Neuer Zafira hat französische Wurzeln

Archivartikel

Wenn im Januar auf dem Brüsseler Automobilsalon die vierte Generation des Opel Zafira enthüllt wird, werden sich sicher einige Messebesucher die Augen reiben. Denn Opels Allerneuster ist ein alter Bekannter aus Frankreich. Zwei alte Bekannte, um genau zu sein.

1999 beginnt Opels Zafira-Story, und zwar mit einem Paukenschlag: So flexibel bei der Innenraumgestaltung war keine andere Großraumlimousine - so wurden Vans damals noch genannt - dieser Größe in Deutschland. Drei Generationen und zwei Jahrzehnte später sind Vans längst nicht mehr so beliebt wie damals. SUV wollen die Kunden fahren, und wer gleich mehrere Kinder von A nach B schaffen muss, entscheidet sich gerne für einen Hochdachkombi wie den Opel Combo.

Warum also nicht die neue Verwandtschaft aus Frankreich einspannen, muss man sich wohl in Rüsselsheim gedacht haben, das hat beim Combo ja auch geklappt. Was westlich des Rheins als Citroen Spacetourer und als Peugeot Traveller ersonnen wurde, heißt mit Blitz im Kühlergrill ab sofort Opel Zafira Life und ist mehr Kleinbus als Großraum-Limo. Es gibt den Neuen in drei Längen, und hier kommt es ausnahmsweise auch auf die Länge an: Die "Small"-Variante misst 4,60 Meter Länge, der Zafira Life "Medium" kommt bereits auf 4,95 Meter und der "Large" auf stolze 5,30 Meter - 65 Zentimeter mehr als der aktuelle Van der Rüsselsheimer.

Im Innenraum können fünf bis neun Personen Platz finden - und zwar in allen Varianten. Je nach Konfiguration bietet sich dann ein hohes Maß an Variabilität mit verschiebbaren und herausnehmbaren Sitzen - wahlweise auch mit Lederbezügen fürs elegante Reisen oder Shuttlefahren. Außerdem gibt's ein umfangreiches Platzangebot. So bietet schon die kürzeste Variante, der Zafira Life "S", bis zu 1.500 Liter bei umgelegten Sitzen in der dritten Reihe. Werden diese herausgenommen, steigt die Ladekapazität auf bis zu 3.397 Liter.

Wer seinen Zafira Life gerne durch nicht asphaltiertes Terrain scheuchen möchte, findet im Opel-Angebot auch einen Allradantrieb des Offroad-Spezialist Dangel oder wahlweise die clevere Traktionskontrolle "IntelliGrip". Ab 2021 wird der Zafira dann auch elektrisch.

Der Innenraum ist in Sachen Anmutung und Konnektivität ganz deutlich auf entspanntes Fahren ausgelegt. Viel Platz, viel Licht, einfache Smartphone-Anbindung, 7-Zoll-Touchdisplay und Features wie ein farbiges Head-up-Display sollen dem Fahrer das Leben hinter dem Volant so angenehm wie möglich machen. Für Sicherheit sorgen zahlreiche Assistenten, vom Abstands-Tempomat mit Frontkollisionswarner, der auch Fußgänger erkennt, bis hin zur Müdigkeitskontrolle - wer Helfer benötigt, findet zahlreiche.

Preise nennt Opel noch nicht, aber die Geschwister von Citroen und Peugeot starten bei knapp 35.000 Euro beziehungsweise 38.000 Euro. Irgendwo in dieser Preisklasse dürfte auch der Zafira Life liegen, was Zafira-Fans erschrecken muss. Denn den bisherigen gab es ab rund 27.000 Euro. Für Schnäppchenjäger ist der Neue nichts.