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Nutzfahrzeug-IAA: Eine Branche im Umbruch, Teil 1

Archivartikel

Weltpremieren und richtungweisende Innovationen am laufenden Band: Wenn die 67. IAA Nutzfahrzeuge am 20. September in Hannover ihre Pforten öffnet, gibt sie nicht nur den Blick frei auf die aktuelle Situation in der Transporter- und Brummibranche. Sie weist weit in die Zukunft. Vernetzung, Digitalisierung, smarte Services und hilfreiche elektronische Helfer für mehr Sicherheit und Effizienz stehen neben der "Hardware" im Mittelpunkt. Und natürlich geht es auch um Themen wie autonomes Fahren, Elektromobilität und saubere städtische Logistik. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuheiten, Teil eins.

Auf der weltweit wichtigsten Leitmesse der Branchen zeigen mehr als 2.100 Aussteller aus rund 50 Ländern auf 282.000 Quadratmetern ihr aktuelles Portfolio und eine ganze Reihe von Weltpremieren. Alle, die Rang und Namen haben, sind dabei - beispielsweise Mercedes-Benz Trucks, wo der richtungweisende neue, sparsamere Actros im Scheinwerferlicht steht. Er ist ab der IAA bestellbar, die ersten Exemplare werden im nächsten Frühjahr 2019 ausgeliefert. Mit an Bord: Der Active Drive Assist, der teilautomatisiertes Fahren in allen Geschwindigkeitsbereichen ermöglicht.

Keine Frage: Der eCitaro ist der Star unter allen Exponaten aus dem Hause Daimler Buses auf der Nutzfahrzeug-IAA. Nach langen Jahren der Entwicklung, die 2010 mit dem ersten Prototyp auf der Nutzfahrzeuge-IAA begonnen hat, ist es jetzt soweit: Noch 2018 in diesem Jahr wird der vollelektrische Stadtbus in Serie gehen. Er soll mit Zuverlässigkeit und Effizienz punkten und die Lebensqualität in den Städten verbessern. Mit einer Akkuladung kommt der Maxi-Stromer im harten städtischen Alltagsbetrieb um die 150 Kilometer weit.

Wie im Pkw-Bereich ist die Elektromobilität auch in der Logistikbranche ein bestimmendes Thema. MAN zeigt deshalb auf der IAA neben dem vollelektrischen Verteiler-Lkw eTGM auch den MAN eTGE, die E-Variante des neuen MAN-Transporters. Damit stelle man als einer der ersten Hersteller vollelektrische Lösungen für den gesamten Bereich der City-Logistik zwischen drei und 26 Tonnen vor, so das Unternehmen. Ein Prototyp des MAN Lion's City E wird ebenfalls erstmals auf der IAA zu sehen sein. Im nächsten Schritt wird eine Demoflotte Elektro-Busse in verschiedenen europäischen Städten im Alltagseinsatz erprobt, bevor die Serienproduktion startet.

Reifen-Hersteller Hankook zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover sein komplettes Lkw- und Busreifenportfolio. Der Pneu-Spezialist mit internationalen Erstausrüstungspartnerschaften bei MAN, Mercedes-Benz Trucks, Scania und Schmitz-Cargobull ist bereits zum fünften Mal auf der weltweit größten Nutzfahrzeugmesse vertreten. Hankook wird unter anderem eine Weltpremiere vorstellen: ein neues Sortiment von Lkw-Reifen für den gemischten On- und Off-Road-Einsatz. Auch im Bussegment ist Hankook inzwischen ein bedeutender Akteur und wird eine zukunftsorientierte Erweiterung seines Busreifenportfolios zeigen.

Nach einer zehnjährigen Testphase in Kooperation mit Kunden und unter realen Einsatzbedingungen stellt Renault Trucks in Hannover die Elektro-Fahrzeuge der zweiten Generation vor: den Renault Master Z.E., den Renault Trucks D Z.E. und den Renault Trucks D Wide Z.E. Unterm Strich ist das eine komplette Verteilerverkehr-Baureihe von 3,5 bis 26 Tonnen für den innerstädtischen Einsatz. Die Fahrzeuge Renault Trucks D und Renault Trucks D Wide Z.E. werden im Produktionswerk von Blainville-sur-Orne hergestellt und kommen 2019 auf den Markt. Der Renault Master Z.E. ist bereits 2018 verfügbar.

Mit dem e-Crafter schickt Volkswagen das erste rein elektrische Nutzfahrzeug seiner Flotte auf die Straße. Er ist der Hingucker auf dem Stand der Niedersachsen bei ihrem Heimspiel in Hannover. Vor allem für die sogenannte "letzte Meile" soll der Stromer eingesetzt werden. Darauf ist sein Anforderungsprofil ausgelegt, Kurier- und Logistikdienste, Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Energieversorger oder Shuttle- und Taxibetriebe stellt sich Volkswagen Nutzfahrzeuge als Kundenkreis vor. In 45 Minuten ist er zu 80 Prozent an einer Schnellladesäule mit 40 kW (Gleichstrom) aufgeladen, eine volle Ladung dauert rund 75 Minuten. An der Wallbox mit 7,2 kW (Wechselstrom) dauert das Vollladen des 35,8-kWh-Akku 5:20 Stunden, das reicht immer noch fürs Stromtanken zwischen zwei Arbeitstagen.

Teil 2 folgt