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Schaeffler: Zum Jubiläum auf dem Podest

Ein Autorennen vor der malerischen Kulisse Hongkongs: Davon träumt sicher jeder Rennfahrer. In der Formel E geht dieser Traum in Erfüllung. Denn die Boliden der rein elektrischen Rennserie sind jetzt nahezu lautlos über die Straßen der ehemaligen britischen Kronkolonie gerast. Ganz vorn mit dabei: das deutschen Team Audi Sport Abt Schaeffler.

Auch wenn es diesmal nicht ganz zum Sieg gereicht hat, knallten am Ende doch die Champagner-Korken. Und das gleich doppelt. Zum einen bestritt der deutsche Rennstall in Hongkong bereits den 50. elektrischen Grand Prix - und dann sicherte Lucas di Grassi Audi Sport Abt Schaeffler auch noch ein weiteres Podiumsergebnis. Der Brasilianer behielt in einem hitzigen Rennen kühlen Kopf und wurde dafür mit Platz zwei belohnt. Sein deutscher Teamkollege Daniel Abt kämpfte sich von Startposition zwölf auf Rang vier nach vorn.

Den Sieg sicherte sich Edoardo Mortara vom Venturi-Team. Kurios: Auch da hat Audi die Finger im Spiel. Denn bis 2016 stand der Schweizer bei der Mannschaft mit den vier Ringen unter Vertrag - allerdings nicht in der Formel E, sondern in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). In der Gesamtwertung hat Lucas di Grassi als Tabellendritter nur noch zwei Punkte Rückstand auf den führenden Briten Sam Bird. Das Team Audi Sport Abt Schaeffler verbesserte sich im Klassement auf Position zwei hinter Spitzenreiter Virgin Racing.

"Heute mussten wir mit Köpfchen fahren", sagte Lucas di Grassi nach dem Rennen, bei dem der Regen für jede Menge zusätzliche Action sorgte. "Bei solchen Bedingungen kann man nur mit Gewalt überholen und riskiert dabei einen Ausfall oder eine Strafe. Ich habe Ruhe bewahrt und wurde dafür belohnt."

Auch Teamkollege Daniel Abt zeigte eine starke Leistung. "Der Anfang war total verrückt", sagte Abt. "Es ging drunter und drüber. Es war wichtig, sich aus dem ganzen Wahnsinn herauszuhalten. Am Ende haben wir acht Plätze gutgemacht. Ich bin sehr glücklich, denn wir haben auch als Team eine starke Leistung gezeigt und wertvolle Punkte gesammelt."

Das deutsche Team ist im Kampf um die Formel-E-Krone wieder in einer deutlich besseren Position, da einige der wichtigsten Gegner diesmal keine Punkte holten. "Die Straßen von Hongkong sorgen jedes Mal für reichlich Aufregung. Es war ein total verrücktes Rennen, in dem es für uns immer weiter nach vorn ging. Es gibt also einige Gründe zu feiern", sagte Teamchef Allan McNish.

"Wenn alle vier Audi e-tron FE05 die Ziellinie unter den ersten Fünf überqueren, dann kann man sicher nur von einem exzellenten Ergebnis sprechen", sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Neben dem Werks-Team ist Audi auch mit zwei Kunden-Fahrzeugen in der Formel E am Stat. "Es war ein Rennen voller Zwischenfälle bei schwierigen Bedingungen. Unsere Fahrer haben das ganze Rennen über eine starke Leistung gezeigt und keine Fehler gemacht", so Dieter Grass.

Zeit für eine Atempause bleibt den Teams kaum. Denn schon in 14 Tagen steht das nächste Rennen auf dem Programm. Dann gastieren die rasenden Stromer am 23. März 2019 erstmals in Sanya auf der chinesischen Hainan-Insel.

Ralf Loweg / mid