Auto

Sherlock Holmes bei den Classic Days

Oldtimer sind oft extrem wertvoll. Darum wimmelt es vor Fälschungen. Detektivarbeit ist deswegen angesagt. Ein Fall für Sherlock Holmes alias TÜV Rheinland. Das beschauliche Wasserschloss Dyck bei Jüchen (Rhein-Kreis Neuss) verwandelt sich Anfang August wieder zum Mekka der Oldtimerfreunde: Bei den Schloss Dyck Classic Days gibt es auf der Museumsinsel seltene automobile Pretiosen zu sehen. Aber auch die Wächter der Fälschungs-Sicherheit sind zugegen und klären auf.

Die Oldtimerszene muss sich mehr und mehr mit dem Thema Fälschungen auseinander setzen. Denn die steigenden Preise für hochwertige klassische Automobile rufen verstärkt Betrüger auf den Plan. Das weiß kaum jemand besser als Norbert Schroeder, Leiter des TÜV Rheinland Competence Center Classic Cars und langjähriges Jurymitglied des Concours d'Elegance der Classic Days. Der anerkannte Experte in der Klassikerszene sowie geschätzte Gutachter bei Wertermittlungen, Schäden und Kaufberatung wird daher bei den Classic Days ein innovatives Verfahren zur Aufdeckung von Fälschungen vorstellen.

Mit dem sogenannten "magnetooptischen Resonanzverfahren" lassen sich Manipulationen an Fahrgestellnummern schnell entlarven. Wie genau, erklärt Norbert Schroeder: "Dort, wo Oldtimer hohe Preise erzielen, ist die kriminelle Energie nicht weit", sagt Schroeder, Experte für historische Fahrzeuge beim TÜV Rheinland. Doch die Szene sei besser als ihr Ruf. "95 Prozent ist von Ehrlichkeit geprägt." Doch gebe es manchmal auch Unwissenheit. Und es komme vor, dass der Verkäufer einer Fälschung zuvor selbst Opfer des Betruges wurde.

Das von der Polizei schon seit längerem angewandte Magneto-Resonanz-Verfahren nutzen TÜV Rheinland und Classic Remise in Düsseldorf und Berlin nun seit rund einem Jahr. "Wir haben gute Erfahrungen gesammelt", sagt Schroeder. Acht vermeintliche Hochkaräter seien in den vergangenen zwölf Monaten aufgeflogen. Es komme auch vor, dass sich manche Verkäufer nicht wieder melden, wenn man ihnen gesagt hat, mit welchen Methoden das angebotene Auto geprüft werden soll.

Doch im Schlosspark wird vor Ort nur die Fahrsicherheit gecheckt. Wie in den Vorjahren übernehmen die Experten von TÜV Rheinland den Technik-Check der "rasenden Legenden" vor den Gleichmäßigkeitsprüfungen. "Wir kontrollieren Lenkung, Räder, Reifen, Beleuchtung und Bremsen und schauen nach möglichen Ölverlusten an Motor und Getriebe", sagt Ralf Hilgers und betont: "Bei diesen Fahrzeugen sind jedoch wegen des exzellenten Pflege- und Wartungszustandes nur in den seltensten Fällen Auffälligkeiten zu finden."