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Test Kia Stonic Platinum Edition Neues SUV im B-Segment / Hinter der „Tigernase“ ein Fahrzeug mit europäischen Genen

Starker Auftritt in wachsendem Markt

Archivartikel

Mit dem Stonic rundet Kia sein SUV-Angebot nach unten ab: Der koreanische Hersteller hat nun auch einen B-Segment-Crossover im ständig wachsenden Segment der Sport Utility Vehicles.

Neben meist noch unausgereiften E-Auto-Studien zeigte die IAA im vergangenen Herbst vor allem eines: Jeder Massenhersteller muss ein kleines SUV im Portfolio haben. Warum dieses Segment so beliebt ist bei den Kunden, lässt sich am Test des Kia Stonic ablesen: wendig, übersichtlich, solide verarbeitet, komfortabel und üppig ausgestattet und mit dem getesteten 1.6-Liter Turbodiesel beinahe schon übermotorisiert.

Für Kia ist der Stonic nicht nur eine Ergänzung der SUV-Palette, sondern ein strategisch wichtiges Modell, das im jungen, schnell wachsenden B-SUV-Markt eine starke Position erobern und vor allem junge Kunden an die Marke heranführen soll.

Was auffällt bei den vielen neuen Kompakt-SUV ist die pfiffig-sportliche Karosseriegestaltung. Das ist beim Stonic nicht anders. Richtig dynamisch sieht er aus mit seinen kurzen Überhängen, der langen Frontpartie mit dem Markenzeichen, der „Tigernase“, der niedrigen Dachlinie und den markanten Scheinwerfern. Der um das gesamte Auto herumlaufende Unterfahrschutz in Schwarz kontrastiert mit den frischen Farben der Bleche. Mit der Möglichkeit, das Dach farblich abzusetzen, stehen 20 Zweifarb-Kombinationen sowie neun einfarbige Lackierungen zur Verfügung.

Bei 4,14 Meter Länge, 1,76 Meter Breite und 1,52 Meter Höhe sowie einem relativ langen Radstand von 2,58 Meter verbindet der Stonic Übersichtlichkeit mit einem guten Platzangebot im Inneren. Das Interieur hat, wie auch die Karosserie, eindeutig europäische Gene – beide wurden vom Kia-Designzentrum in Frankfurt gestaltet. Im Innenraum genießen Fahrer und Beifahrer, aber auch die Fondpassagiere viel Bein- und Kopffreiheit. Der Kofferraum mit einem Volumen von 352 bis 1155 Liter kann durch den höhenverstellbaren Boden variabel genutzt werden.

Der Blickfang im Armaturenbrett des Stonic ist der Sieben-Zoll-Touchscreen, von dem aus die Infotainment-Angebote (Navigation, Radio, Freisprecheinrichtung) gesteuert werden. Zu den nützlichen Helfern, die den Fahrer unterwegs unterstützen, gehören unter anderem Rückfahrkamera, Fernlichtassistent und Geschwindigkeitsregelanlage.

Da der FN-Tester trotz Abgas-Skandal bekennender Diesel-Fan ist, war der Spaß beim Fahren mit dem 1.6-Liter-Selbstzünder vollauf gegeben. Das Aggregat hat nicht nur die niedrigsten CO2-Emissionen, der kraftvolle Diesel lässt auch keine Wünsche bei der Fahrdynamik offen, zumal der Stonic mit 1255 Kilogramm zu den Leichtgewichten gehört. Lkw überholen? Mit jeder Menge Power (110 PS, 260 Newtonmeter Drehmoment) sprintet der kompakte SUV an den dicken Brummern vorbei. In 11,3 Sekunden schafft er es auf 100 Stundenkilometer (Spitze: 180 km/h) und begnügt sich mit durchschnittlich 4,2 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer (109 g/km). Nur schade, dass hinter dem Diesel ein dickes Fragezeichen steht. Sollte die Nachfrage nach den Selbstzündern weiter abnehmen, wird er beim Stonic wohl aus dem Programm genommen.

Die Zukunft gehört eindeutig den Benzinern. Bei diesen Triebwerken haben die Käufer die Wahl zwischen einem 120 PS starken, turboaufgeladenen 1.0-Liter-Direkteinspritzer (T-GDI) sowie zwei Saugmotoren mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum (84 PS beziehungsweise 99 PS). Bei Kia geht man davon aus, dass der Turbobenziner, ein Dreizylinder mit 120 PS und einem Verbrauch von 5,0 Litern (Emission 155 g/km CO2), die meistgefragte Motorisierung des neuen Crossover-Modells sein wird. Die Motoren sind überwiegend mit sechsstufigen Schaltgetrieben kombiniert (1.2 Benziner: fünfstufig) und treiben die Vorderräder an. Demnächst soll für den 1.0 T-GDI auch das von Kia entwickelte Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich sein. Allrad und alternative Antriebe sind für den Stonic nicht vorgesehen.

Der Spaß am agilen Motor wurde im Test durch die Freude am Fahrverhalten flankiert. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, dennoch nicht unkomfortabel, die Lenkung arbeitet präzise, der Fahrer hat nie das Gefühl, dass der Stonic bei Kurvenfahrten ins Wanken gerät – ein Fahrzeug, auf das man sich auch in extremeren Situationen verlassen kann.

Schon in der Grundversion ist der Stonic reichlich mit Sicherheitsassistenten ausgestattet. Hinzu kommen in den höheren Ausstattungslinien der autonome Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurwechselassistent, Querverkehrwarner, Müdigkeitserkennung und ein Spurhalteassistent, der mit demselben Kamerasystem arbeitet wie der Fernlichtassistent.

Den Kia Stonic gibt es in vier Ausstattungsvarianten: Edition, Vision, Spirit und Platinum Edition 7. Entsprechend weit gespreizt sind die Einstiegspreise. Sie reichen von 15 790 Euro für den 84-PS-Benziner in der Version Edition 7 bis 25 590 Euro für die Platinum Edition des Diesels.

Fazit: Im wachsenden Segment der kleinen Sport Utility Vehicles hat Kia mit dem Stonic ein heißes Eisen im Feuer.