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Nissan Qashqai Acenta 1.5 dCi Das Asphalt-Fahrzeug aus dem nordenglischen Sunderland bietet viel Platz und macht das Fahren sicherer

SUV setzt auf viele technische Helfer

Archivartikel

Der Nissan Qashqai will im reichhaltigen SUV-Angebot nicht um jeden Preis auffallen, sondern gibt sich eher schlicht. Lediglich im Frontbereich setzt er klare Akzente. Der V-förmige Kühlergrill grenzt an die im Vergleich zum Vorgänger schmaler gewordenen Scheinwerfer und gibt dem mächtigen Marken-Emblem, das unter der nun flacheren Motorhaube thront, den nötigen Halt. Kraftvolle und doch harmonische Proportionen betonen den Charakter eines SUV, das der Nissan aber in der getesteten Version eigentlich gar nicht ist. Der 1,5-Liter-Turbodiesel ist vor allem ein Asphalt-Fahrzeug, bei dem man – Vierrad-Antrieb ist erst gar nicht vorgesehen – auf die Fahrt im Gelände verzichten sollte.

Im Innenraum gibt sich der Qashqai mit vorherrschendem Anthrazit betont sachlich und setzt hauptsächlich auf Funktionalität und hochwertiger wirkende Materialien bei guter Verarbeitung. Das Infotainment-System mit wenigen Bedienknöpfen und einem Sieben-Zoll-Touchscreen unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto. Nissan hat dem Fahrer eine ganze Reihe von Assistenten für alle möglichen Situationen mit auf den Weg gegeben. Ab der Einstiegsversion „Visia“ verfügt das Auto bereits über intelligente Spurkontrolle und Fahrkomfortregelung sowie über eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Begrenzer. Im „Acenta“ kommt serienmäßig einiges hinzu. Den Alltag erleichtern ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, eine Fahrlichtautomatik mit Fernlichtassistent sowie ein Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung, die aber noch kleine Schwächen hat.

Hat man auf den bequemen Sitzen, die auch ausreichend Seitenhalt bieten, Platz genommen, lässt sich das Lenkrad gut auf den Fahrer einstellen. Man fühlt sich schnell wohl, was auch an der spürbaren Kopffreiheit, der hohen Schulterlinie und der guten Rundumsicht liegt. Das Armaturenbrett ist übersichtlich, setzt aber visuell keine Glanzpunkte. Dafür sind die Knöpfe und Schalter gut erreichbar und lassen sich meist intuitiv richtig bedienen. Ein eindeutiges Plus des Qashqai ist das gute Platzangebot. Trotz seiner „nur“ 4,40 Metern Länge bietet der Wagen erstaunlich viel Innenfläche. Bis zu 1,90 Meter große Menschen sitzen ohne Einschränkung bequem auf den Vorder- und Rücksitzen. Letztere lassen sich geteilt umklappen, jedoch nicht verschieben. Trotzdem kann sich der Kofferraum mit einem Volumen von 430 Litern sehen lassen, schließlich bietet er durch die variabel einsetzbaren Bodenplatten viele Möglichkeiten, um den jeweiligen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Der 1.5 dCi entwickelt 115 PS und ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern bei 2000 Umdrehungen. Das Triebwerk beschleunigt den 1460 Kilogramm schweren Wagen in 12,3 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 181 Stundenkilometern und wird etwas schwerfällig erreicht. Da ist trotz des überarbeiteten Motors mit mehr Leistung Luft nach oben. Gerade beim Überholen eines Lkw auf der Landstraße wünscht man sich etwas mehr Kraft. Will man die Leistung abrufen, muss der Wagen über das leicht und präzise zu schaltende Sechsganggetriebe bei Laune gehalten werden. Sinkt die Drehzahl zu stark, kommt der 1,5-Tonner nur widerwillig auf Touren. Auch an Steigungen sorgt das für Arbeit mit dem Getriebe – Schaltfaule haben da wenig Freude. Wer mehr Leistung will, kann den 1.7dCi mit 150 PS ordern, der auch als Allrad-Version zu haben ist.

Bei einem Normverbrauch von 3,8 Liter Diesel – im Test waren es unter realistischen Bedingungen 5,6 Liter – und 100 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht das SUV die Abgasnorm Euro6d-Temp. Die Kraft des Motors brachte im Testfahrzeug ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Straße. Das überarbeitete Fahrwerk erwies sich als untadelig. Bei schlechter Wegstrecke schluckte es die Unebenheiten gut weg, ohne allzu schwammig zu wirken. In der Kurve folgte es brav der direkten Lenkung.

Hatte der Vorgänger noch Probleme bei der Geräuschdämmung – Spritzwasser sorgte zum Beispiel in den Radkästen für unschöne Geräusche und auch der Motor drang teilweise zu stark an des Fahrers Ohr – so hat Nissan hier deutlich nachgebessert und für mehr Ruhe im Innenraum gesorgt.

Das Sport Utility Vehicle, das im nordenglischen Sunderland von den Bändern läuft, gibt es in der 115-PS-Version als „Visia“ ab 23 400 Euro. Legt man Wert auf Bequemlichkeiten aller Art, ist man mit dem „Tekna+“ in der höchsten Ausstattungsstufe gut aufgehoben. Bei einem Grundpreis von 33 170 Euro gibt es bereits ein Einpark-System, ein Panorama-Glasdach und sogar ein Bose-Audiosystem.

Zum Einstieg in die Welt des Qashqai stehen in der Grundversion „Visia“ lediglich zwei Motoren zur Verfügung. Der von den FN getestete 1.5 dCi und ein 1,3-Liter Benziner. Breiter wird die Palette in der Ausstattungslinie „Acenta“ – hier hat man die Wahl zwischen fünf unterschiedlichen Motoren, die aber nicht in allen Getriebeversionen lieferbar sind.