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Test VW Golf GTE Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 204 PS / Rein elektrische Reichweite liegt bei rund 50 Kilometern

Teilzeit-Stromer mit viel Sportsgeist

Archivartikel

Mit dem GTE hat Volkswagen ein ganz besonderes Fahrzeug geschaffen. Der Plug-in-Hybrid ist wie gemacht für Autofahrer, die viel Kurzstrecke fahren, aber zwischendurch auch mal in kurzer Zeit viele Kilometer machen müssen.

Er ist sparsam, innovativ und nachhaltig. Und er ist dynamisch, sportlich und hat Temperament. Kein Auto? Doch, es ist sogar "das Auto". Der Golf. Mit der Bezeichnung GTE hat sich der Plug-in-Hybrid in der weltweit erfolgreichsten Automobil-Baureihe seit der Markteinführung im Dezember 2014 inzwischen etabliert, auch wenn der schneeweiße Golf mit blauen Designelementen auf der Straße - vor allem in ländlich geprägten Gegenden - noch immer Seltenheitswert hat. Das wurde im Test der neuesten GTE-Generation dadurch deutlich, dass einem immer und überall volle Aufmerksamkeit zuteil wurde. Und dass, obwohl der Teilzeit-Stromer rein optisch ein fast ganz normaler Golf ist.

Sportlich wie der GTI und dank "Sound-Aktuator" mit knackigem Klang, per Knopfdruck aber auch emissionsfrei und fast geräuschlos wie der rein elektrisch angetriebene E-Golf, verkörpert der GTE (ab 36 900 Euro) eindrucksvoll den modernen Stand der Automobiltechnik. Das Schöne: Der Fahrspaß bleibt nicht auf der Strecke.

Seit diesem Sommer ist ein Update des GTE zu haben. So richtig viel hat sich auf den ersten Blick nicht verändert. Auch technische Daten, Fahrleistungen und nicht zuletzt der Grundpreis sind geblieben. Neu an Bord sind aber einige technische Helfer, die dafür sorgen, dass der Hybridantrieb noch effektiver arbeiten kann. In Verbindung mit einem Navigationssystem gibt es nun die prädiktive Hybridstrategie. Der Wagen erkennt dabei zum Beispiel Ortseinfahrten und schaltet so im Vorfeld automatisch auf den emissionsfreien Elektroantrieb um. Darüber hinaus ist natürlich das volle Spektrum der neuesten Assistenz- und Infotainmentsysteme erhältlich.

Der GTE verbindet das Beste aus zwei Welten: Für Vortrieb sorgen ein 150 PS starker Turbobenziner sowie eine E-Maschine mit 102 PS. Beide Motoren bilden in Kombination mit einem speziell entwickelten Doppelkupplungsgetriebe (DSG) eine Antriebseinheit mit 204 PS. Noch beeindruckender ist das Drehmoment von 350 Newtonmetern. Übrigens genauso viel wie beim "Sport-Golf" GTI. Dabei liegt der Durchschnittsverbrauch nach den Bestimmungen des "Neuen Europäischen Fahrzyklus für Autos mit Plug-in-Hybrid" (NEFZ) laut VW bei nur 1,6 Liter Superbenzin und 11,4 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Dieser Wert ist natürlich nur bei konsequenter Ausnutzung des E-Antriebs realistisch. Spart man den Strom auf und schaltet per Knopfdruck auf die ausschließliche Nutzung des Verbrennungsmotors um, liegt der Verbrauch bei rund sechs Litern Superbenzin.

Die rein elektrische Reichweite beträgt rund 50 Kilometer - die Gesamtstrecke, die mit komplett aufgeladener Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie (120 Kilogramm schwer) und vollem Tank (40 Liter) zurückgelegt werden kann, beträgt laut VW 880 Kilometer.

Beim Start ist der Wagen immer automatisch im rein elektrischen Modus. Bis zu 130 km/h schnell kann man fahren, ehe der Benzinmotor übernimmt. Oder man entscheidet selbst - der "GTE-Knopf" ist unmittelbar neben dem Schaltknauf. Während der Fahrt im konventionellen Betrieb wird durch Rekuperation Energie zurückgewonnen und in die Batterie eingespeist. Der Modus "Battery-Hold" ermöglicht es darüber hinaus, den aktuellen Ladestand des Akkus zu halten, um, etwa in einem für Verbrennungsmotoren gesperrten Bereich, wieder abgerufen zu werden.

Im Test beeindruckte der außergewöhnliche Mix aus Elektrofahrzeug und Sportwagen auf ganzer Linie. Bereits nach wenigen Kilometern des Staunens hat man den Dreh raus und nutzt wie selbstverständlich die hybriden Eigenschaften. In der Stadt, im zähfließenden Verkehr oder auf kurzen Passagen mit dem E-Antrieb auf "Schleichfahrt"; auf der Autobahn und immer dann, wenn's Spaß macht, mit richtig Karacho im GTE-Mode. Da kommt ordentlich (Fahr-)Freude auf.

Aufgeladen werden kann der Akku an einer normalen Steckdose. Das dauert bis zu vier Stunden. Etwa um die Hälfte schneller geht es an einer Wallbox. Das mitgelieferte Ladekabel wird an der Front des GTE angeschlossen. Die entsprechende Buchse ist unter dem VW-Logo versteckt. Eine clevere Lösung - wie das ganze Auto.