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Toyota angelt sich Formel-1-Star

Archivartikel

Fernando Alonso gilt in Fachkreisen als der kompletteste Formel-1-Rennfahrer der Gegenwart. Doch seit dem Gewinn seiner beiden WM-Titel 2005 und 2006 mit dem Renault-Team ist der Spanier vom Erfolgskurs abgekommen. Dabei schien zunächst alles nach Plan zu laufen. 2010 wechselte Alonso zu Ferrari. Doch als der erhoffte Titelgewinn mit den Italienern ausblieb, zog es den Star-Piloten 2015 zum McLaren-Rennstall. Das britische Team wollte mit dem neuen Motorenpartner Honda an alte Erfolge anknüpfen. Doch das Projekt scheiterte kläglich.

Nach drei verkorksten Jahren mit Honda will McLaren in der Formel-1-Saison 2018 mit dem neuen Motorenpartner Renault endlich wieder zurück auf die Siegerstraße. Und Fernando Alonso ist mit an Bord. Offenbar ist der Spanier nicht so ganz vom Erfolg überzeugt und fährt 2018 im wahrsten Sinne des Wortes zweigleisig. Denn der 36-Jährige verstärkt Toyota GAZOO Racing in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Alonso sitzt bei allen Saisonläufen im Cockpit des japanischen Autoherstellers, die seinem Formel-1-Engagement nicht in die Quere kommen, teil Toyota mit. Das heißt: Fernando Alonso wird auch beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start gehen.

Die Langstrecken-WM 2018 wird am 5. Mai 2018 im belgischen Spa-Francorchamps eröffnet. Toyota GAZOO Racing hat seine Teilnahme offiziell bestätigt und schickt erneut zwei TS050 Hybrid an den Start: Die rund 1.000 PS starken Hybridfahrzeuge konnten 2017 fünf von neun Rennen gewinnen. Der Einsatz auf der Langstrecke soll zugleich der Serie zugute kommen. Die Erprobung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Hybridantriebs sei ein wichtiger Bestandteil im Bestreben des Unternehmens, immer bessere Autos zu bauen, heißt es dazu vollmundig.

"Ich freue mich, erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans zu starten. Ich habe dieses Rennen lange Zeit aufmerksam verfolgt und wollte immer schon einmal teilnehmen", sagt Fernando Alonso. "Fremdgehen" ist nichts Neues für den außergewöhnlichen Rennfahrer: So gab Alonso 2017 sein Debüt bei den 500 Meilen von Indianapolis. Der Spanier begeisterte die Fans lange Zeit und führte zwischenzeitlich sogar. Doch dann gingen seine Hoffnungen in Rauch auf: Ein Motorschaden stoppte Alonso jäh. Ironie des Schicksals: Es war ein Honda-Motor.