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Alfa Romeo Giulia und Stelvio Die beiden Mittelklasse-Modelle teilen sich viele technische Details / Diesel- und Benzintriebwerke erfüllen jetzt die neue Abgasnorm

Überarbeitete Motoren fürs neue Modelljahr

Archivartikel

Kleinwagen haben bei Alfa Romeo offenbar keine Zukunft. Der Mito ist bereits Vergangenheit, die Zukunft der Giulietta ungewiss. Auch den kleinen Sportwagen 4 C hat die Fiat-Tochter aus dem Programm geworfen. Stattdessen konzentriert man sich auf die Mittelklasse und dort auf die Limousine Giulia und das Sport Utility Vehicle Stelvio. Beide sind noch so jung, dass ein Generationswechsel aktuell kein Thema ist. Nur ein bisschen Feinschliff war notwendig. Davon profitierten in erster Linie die Motoren, die jetzt die Hürde der neuen Abgasnorm Euro 6d temp nehmen.

Drei Leistungsvarianten

Den 2,2 Liter großen Diesel gibt es in drei Leistungsvarianten: 160, 190 und 210 PS. Alle drei Versionen des Vierzylinders haben um zehn PS zugelegt, obwohl sie sauberer werden mussten, um die Grenzwerte zu erfüllen. Der zwei Liter große Turbo-Benziner hat 200 bzw. 280 PS. Über allen thront die Sportversion Quadrifoglio. Ihr Herz ist ein 510 PS starker V6-Zylinder.

Die gleichen Triebwerke stehen übrigens für den Stelvio zur Verfügung. Und obwohl die beiden als Limousine und SUV zwei völlig unterschiedliche Konzepte verfolgen, teilen sie sich einen großen Teil der Technik. Das fängt bei der Plattform an und hört bei den Assistenz- und Sicherheitssystemen noch lange nicht auf.

Was sie ebenfalls gemeinsam haben, sind die sportlichen Gene. Deshalb wurde bei der Entwicklung großen Wert auf Agilität und Fahrverhalten gelegt.

Relativ geringes Gewicht

Hier gingen die Techniker so traditionell vor, wie sich das für eine Traditionsmarke gehört. Entsprechend mussten die Eckdaten von vornherein stimmen. Deshalb haben die beiden Alfa eine Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 50:50. Das gilt für alle Motorisierungen und unabhängig davon, ob die Kraft ausschließlich an die Hinterachse geht oder – wie bei den Q4-Modellen – an alle vier Räder.

Dass Giulia und Stevio so fein um den Mittelpunkt drehen, wenn es flott in die Kurve geht, haben sie auch ihrem relativ geringen Gewicht zu verdanken. Um das zu erreichen, wurde nicht nur zu Stahl und Blech gegriffen, sondern auch zu sehr viel teureren, dafür aber auch deutlich leichteren Materialien: Kohlefaser und Aluminium.

Bremsanlage packt kräftig zu

Mehr als nur Feinschliff war die Detailarbeit an verschiedenen Komponenten. Dazu gehört eine mit Continantal entwickelte Bremsanlage, die leichter und kompakter ist, aber kräftiger zupackt. Wer sich für die Giulia begeistert, muss mindestens 37 000 Euro investieren. Zu diesem Preis bekommt man den 200-PS-Benziner oder die 160 PS starke Dieselbasis in der Grundausstattung.

Wer sich bis ans andere Ende der Preisliste wagt, schraubt den Einkauf auf mehr als das doppelte.

Der komplett ausgestattete Quadrifoglio mit seinem 510 PS-Motor kostet 79 000 Euro. Trotz des hohen Preises hat die Sportlimousine einen Anteil von 25 Prozent an den Giulia-Verkäufen in Deutschland. Der Stelvio Quadrifolgio ist sogar noch 10 000 Euro teurer. Das ist unter anderem dem Allradantrieb geschuldet. 41 000 Euro reichen, wenn es auch der 160 PS Diesel im Basismodell sein darf.

Zu Giulia und Stelvio wird sich Ende 2020 noch ein etwas kleineres SUV gesellen: der Tonale. Den Neuen wird es als erster Alfa mit einem Hybridantrieb geben.