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Test Renault Captur TCe 120 Erfolgreiches Mini-SUV aus Frankreich erhielt eine optische Auffrischung / Attraktives Design und leistungsstarke Motoren

Viel Charme, viel Chic, viel Chrom

Archivartikel

Der Captur ist das meistverkaufte SUV des französischen Automobilherstellers Renault. Damit das so bleibt und das Modell der namhaften Konkurrenz weiter Kunden abspenstig macht, gab’s eine Frischzellenkur.

Der neue Captur (ab 15 990 Euro) ist glänzend aufgelegt. Das gilt auch und vor allem für die Topversion des Mini-SUV mit der vielversprechenden Bezeichnung „Initiale Paris“ (ab 25 690 Euro). Die blinkt und blitzt dank einer Portion Extra-Chrom an allen Ecken und Enden.

Äußere Kennzeichen sind unter anderem der veredelte Kühlergrill und die dynamischen Blinker vorne sowie ein Chromeinsatz in der Heckschürze.

Mit viel Charme, viel Chic und viel Chrom zieht der kleine Crossover die Blicke auf sich. Dabei vermittelt die Optik des Franzosen durchaus Robustheit. Tatsächlich ist er aber keineswegs dafür gemacht, befestigte Straßen zu verlassen. Mit dem Thema „Offroad“ hat der Captur nämlich wirklich nichts am Hut.

Das neue Design setzt seine Schwerpunkte in die Vermittlung von Hochwertigkeit und Hingucker-Potenzial. Dabei hat sich an den Kernelementen des Captur gar nicht viel verändert. Gute Übersicht, hohe Sitzposition, viel Licht dank Panoramadach, gutes Handling, anständiger Kofferraum, Schub- statt Handschuhfach – alles wie gehabt. Obendrauf gibt es nun aber ein ordentliches Plus an Ausdrucksstärke. Prominentestes Detail ist hier der neu gezeichnete Kühlergrill mit einer nach Vorbild des Schwestermodells Kadjar bis in die Scheinwerfer verlängerten Chromleiste (Serie ab Ausstattungslinie „Intens“).

In Kombination mit der ebenfalls überarbeiteten Frontschürze, die den Wagen ein ganzes Stück breiter wirken lässt, als er ist, verfügt der Captur über eine auffällige, außergewöhnliche, aber auch sehr attraktive Front. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die weit nach außen gerückten Nebelscheinwerfer (Serie ab „Experience“), die zusätzlich von LED-Tagfahrlichtern in cooler C-Form eingerahmt sind.

Keine Frage, die schicke Schnauze ist die Schokoladenseite des Captur. Seiten- und Heckansicht sind aber auch nicht von schlechten Eltern. So sind die Flanken durch ein Wechselspiel von konvexen und konkaven Flächen gekennzeichnet. Großflächige, nach außen gewölbten Seitenschutzleisten am unteren Ende der Türen erzeugen einen auffälligen Kontrast. Prägnant geformte Radhäuser, eine nach hinten ansteigende Fensterlinie, kurze Überhänge und die weit nach vorne gezogene Windschutzscheibe tun ihr Übriges. Die bündig in die Scheiben integrierten Dachsäulen erwecken zudem den Eindruck einer durchgängigen Fensterfläche.

Dominante Elemente am Heck sind die großen, rundlichen Scheinwerfer und der markante, aber unaufdringliche Dachkantenspoiler. Wie an der Frontschürze täuscht auch am Heckstoßfänger ein Einsatz in Unterfahrschutz-Optik Geländetauglichkeit vor. Praktisch ist die große Heckklappe. Hinter ihr steht ein Kofferraum mit einer Kapazität von 377 Litern zur Verfügung.

Eine praktische Lösung ist hier der flexible Gepäckraumboden: Um eine ebene Ladefläche mit den vorgeklappten Rücksitzlehnen zu schaffen, lässt sich dieser herausnehmen und höher wieder einbauen. Ab der Ausstattung „Intens“ ist der Kofferraumboden je nach Einsatzzweck beidseitig nutzbar. Die eine Oberfläche besteht aus Teppichboden, die andere aus abwaschbarem Kunststoff.

Erstmals bietet Renault den Captur in der exklusiven Version „Initiale Paris“ an. Die Topvariante zeichnet sich durch edle Materialien wie Nappaleder für die Polsterung der Sitze und den Lenkradkranz sowie eine umfangreiche Komfortausstattung aus. Diese umfasst unter anderem ein kerniges Sound-System von Bose und viele andere Annehmlichkeiten. Inklusive sind beispielsweise LED-Scheinwerfer, halbautomatischer Parkassistent und Totwinkelwarner, Navigationssystem und Zündschlüssel im Scheckkartenformat.

Für den Captur stehen zwei Benzin- und drei Dieselvarianten zur Wahl. Die als TCe bezeichneten Turbomotoren decken ein Spektrum von 90 bis 118 PS ab. Die Preise beginnen bei 15 990 Euro für den 90 PS-Benziner in der Ausstattungslinie „Life“ beziehungsweise bei 19 390 Euro für die 118 PS starke Variante in der Ausstattungsvariante „Limited“.

Mit den Turbodieseln dCi 90 (ab 20 340 Euro) und dCi 110 (ab 23 190 Euro) stehen darüber hinaus zwei Selbstzünder zur Wahl. Zwei Motorisierungen für den Captur sind mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe EDC (1500 Euro Aufpreis) kombinierbar: der Turbobenziner TCe 120 mit Direkteinspritzung und der Turbodiesel dCi 90.

Im Test erwies sich der TCe 120 als solider Allrounder. Mit 118 PS Leistung und 205 Nm Drehmoment kam der Fahrspaß auch auf kurvigen Landstraßen nicht zu kurz. Im dichten Stadtverkehr punktete der Captur mit seinen kompakten Maßen, hoher Laufruhe und guter Übersichtlichkeit. Langstrecken sind ebenfalls kein Problem. Dabei bleibt der Durst des kleinen SUV noch im Rahmen. Im Testzeitraum benötigte der Captur gut sieben Liter Superbenzin und blieb damit noch in Reichweite des von Renault angegebenen Werts (5,5 Liter).