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Cupra Ateca Ein Auto für die Lücke zwischen Volumen- und Premiumherstellern / Erstes Fahrzeug ohne das Seat-Logo

Vom Rennkurs ins Gelände und in den Supermarkt

Ein Auto für den Rennkurs. Eines fürs Gelände. Und eines für die Fahrt zum Supermarkt. Oder den Cupra Ateca. Denn der Kompakt-SUV der Sportwagen-Tochter von Seat ist gleichzeitig Geländegänger, Renner und Alltagsfahrzeug. Und er ist das erste Auto, das nicht mehr das Seat-, sondern das kupferfarbene Cupra-Logo auf dem Kühlergrill trägt (im Gegensatz zum Leon Cupra). In einem Jahr soll dann ein weiteres sportliches SUV an den Start gehen, das erstmals nicht mehr auf einem Modell des Volumenherstellers Seat basiert: Der Formentor, der als weitgehend serienreifes Concept Car beim Genfer Automobil Salon vorgestellt wurde.

Sportlicher Ableger

Bei einem Termin für die Fachpresse auf dem Circuit de Mallorca stellte der seit einem Jahr als eigenständige Marke bestehende Sport-Ableger von Seat den Cupra Ateca vor, dazu den aktuellen Leon Cupra R ST und die beiden Renn-Cupras, den TCR mit Verbrennungsmotor und den e-Racer mit Elektroantrieb.

Cupra steht für „Cup Racing“ und hat schon in der Vergangenheit die sportlichen Ableger der Volumenmodelle von Seat gekennzeichnet. Mit dem Cupra Ateca und demnächst dem Formentor will sich die junge Marke weiter von der Mutter emanzipieren – in diesem Jahr erwartet der Deutschland-Geschäftsführer von Seat, Bernhard Bauer, den Verkauf von 10 000 Einheiten, 6000 Leons und 4000 Atecas. Damit sind die Cupras von den Verkaufszahlen gesehen keine Nischenfahrzeuge mehr. Jeder fünfte Ateca ist mittlerweile ein Cupra und jeder siebte Leon ebenfalls.

Und warum die neue Marke? Cupra sei die „Marke für die Lücke“, stellt Bernhard Bauer fest – in der Mitte zwischen den Volumen- und den Premium-Modellen sei nämlich noch ganz viel Platz. Platz für Autos, die sich speziell an die Lifestyle-Generation richten.

Nicht aus der Spur zu bringen

Und die mag offenbar schnelle Autos mit straffer Fahrwerksabstimmung und direkter Lenkung, mit edler Innenausstattung und hoher Alltagstauglichkeit. Auf dem Circuit Mallorca jedenfalls war der Cupra Ateca auch auf schnellen Runden nicht aus der Spur zu bringen. Und wenn der Fahrer das Wählrad für die Fahrcharakteristik auf Sport gestellt hat, dann sprintet der Sport-Ateca nicht nur dank tadellos arbeitender Siebengang-Automatik in die oberen Drehzahl- und Geschwindigkeitsbereiche; er röhrt auch wie ein echter Sportwagen.

Gleich neben dem Circuit gibt es eine kleine Geländestrecke mit steilen Auf- und Abfahrten und überhöhten Kurven im Naturgelände. Auch hier machte der Cupra Ateca mit seinem permanenten Allrad eine gute Figur. Fürs Bergabfahren im steilen Gelände besitzt er einen eigenen Fahrmodus, der dem Fahrer das Bremsen abnimmt.

Auch sonst kann man sich im Gelände der Technik des Cupra Ateca anvertrauen: Der Allradantrieb 4Drive analysiert in Echtzeit die Bodenbeschaffenheit, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und der Räder, die Position des Lenkrads und den gewählten Fahrmodus und verteilt die Kraft schnell auf jedes einzelne Rad.

Den Cupra Ateca gibt es nur in einer einzigen Motorisierung, mit einem 300 PS Zwei-Liter-Benziner (2.0 TSI) mit Allradantrieb, 400 Newtonmeter maximalem Drehmoment und einer Siebengang-Automatik. Der Motor beschleunigt das Auto in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 247 Stundenkilometer. Den Kraftstoffverbrauch gibt der Hersteller mit 7,4 Liter auf 100 Kilometer an (168 Gramm CO2 pro Kilometer). Er erfüllt die Emissionsvorschriften nach Euro 6 d-temp.

Noch kraftvoller

Noch etwas schneller und kraftvoller geht es mit dem von Abt getunten Cupra Ateca (Cupra ist eine strategische Kooperation mit dem Tuningunternehmen aus Kempten eingegangen): 350 PS, 440 Newtonmeter, 255 km/h Spitze und in 5,0 Sekunden auf 100 km/h.

Für den Cupra Ateca muss der Interessent 42 850 Euro auf den Tisch legen – zusätzlich werden noch eine Reihe von Paketen angeboten.

Wer ein edleres Soundsystem, Lederausstattung, besondere Leichtmetallräder oder eine High Performance-Bremsanlage für wichtig hält, kommt schnell auf ein paar Tausender mehr.

Plug-in-Hybrid geplant

Für den im Jahr 2020 in Serie gehenden Formentor wird es neben der Motorisierung mit einem Benziner auch einen Plug-in-Hybriden geben, zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht auch einen rein elektrischen Antrieb.

Auf dem Rennkurs nahe der mallorquinischen Hauptstadt Palma zeigte der e-Racer, was man von sportlicher Elektromobilität bei Cupra erwarten kann.

Mit deutlich vernehmbarem Sirren war er auf dem kurvenreichen Kurs unterwegs und stellte den TCR mit Verbrennungsmotor deutlich in den Schatten. Die Motoren des e-Racer befinden sich über der Hinterachse und liefern bis zu 680 PS. Dies sind 330 PS mehr als die TCR-Version des Cupra mit Verbrennermotor. Mit dem Modell wird Cupra an der ersten Elektro-Tourenwagenserie teilnehmen.

100 „Specialists“

Die Cupra-Modelle werden in Deutschland bei allen Seat-Partnern vertrieben.

Zusätzlich soll es rund 100 „Specialists“ für die Marke geben, wie Johannes Fleck, der Leiter des Bereiches Produkt, Planung und Strategie bei Seat Deutschland auf Anfrage erklärte.