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Hyundai SUV-Drive Der koreanische Hersteller schickt den gelifteten Tucson, die vierte Generation des Santa Fe und die Alternativ-Antriebler Nexo und Kona Elektro auf den Markt

Ziel: Vorreiterrolle bei alternativen Antrieben

Mitten im gegenwärtigen SUV-Boom ist es wichtig, konkurrenzfähige Crossover-Fahrzeuge in allen Massen-Segmenten im Portefeuille zu haben. Für Hyundai, den koranischen Hersteller, trifft das seit der vergangenen IAA zu, als zum großen Santa Fe im D-Segment und dem Bestseller Tucson im C-Segment noch der kleine Kona hinzu kam. „Hyundai ist eine SUV-Marke“, stellt auch Bernhard Voß, Pressechef von Hyundai Deutschland, fest. Im vergangenen Jahr war der Tucson sogar der meistverkaufte Hyundai in Deutschland mit 23 645 Fahrzeugen und 22 Prozent Anteil innerhalb der Marke. Kurz dahinter kommen zwar die Limousinen i 20 und i 30, aber für das laufende Jahr hat auch der Kona gute Chancen, sich unter den bestverkauften Modellen zu etablieren (geplant sind 13 000 Einheiten).

Beim nationalen „SUV Drive“ in Mainz gab die Deutschland-Dependance des koreanischen Herstellers nun Fachpresse und Händlern Gelegenheit, die neuen Modell zu testen: Vom Santa Fe geht die vierte Generation in den Handel, dem Tucson wurde ein Facelift verpasst, und – Überraschung bei den eingeladenen Experten – mit dem Brenstoffzellenfahrzeug Nexo und dem Kona Elektro wurden auch zwei SUV mit alternativen Antriebsarten präsentiert, die bereits in Serie gegangen sind.

Was die Verkaufszahlen betrifft, ist das Facelift des Tucson die wichtigste Neuheit von Hyundai. Rund drei Jahre nach seiner Premiere (Vorgänger war der ix 35) bekam der Tucson eine markantere Optik, neue Technik mit Motoren, die allesamt die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen, sowie zusätzliche elektronische Helfer (Bernhard Voß sprach von der „Demokratisierung der Assistenzsysteme“). Außerdem ist der Tucson das erste Hyundai-Modell mit Mildhybridtechnik, zusammen mit der stärksten Dieselvariante (Kraftstoffersparnis und Emissionsverminderung bis zu sieben Prozent). Verkaufsstart für den Hybrid ist im September. Premiere in dem nach wie vor wahlweise als Benziner oder Diesel sowie als Front- oder Allradler lieferbaren Tucson feiert zudem ein neuer, in zwei Leistungsstufen erhältlicher 1,6-Liter-Dieseldirekteinspritzer sowie eine von Hyundai selbst entwickelte Achtstufenautomatik. Im Innenraum fällt die hochwertige Ausstattung auf.

Wegbereiter für den Erfolg

Der Preis für das Einstiegsmodell liegt bei 22 970 Euro. Hyundai rechnet in diesem Jahr mit einem Volumen von 22 500 Einheiten, im kommenden Jahr sollen wieder um 23 500 Tucsons verkauft werden. Damit wäre der kompakte SUV wieder zurück an der Spitze der Hyundai-Verkaufszahlen, die er in diesem Jahr an den i 30 abgeben musste.

Der Wegbereiter für den Erfolg bei den SUVs war für Hyundai der Santa Fe. 2001 ging die erste Generation des großen – in der Allradversion geländegängigen – Fahrzeugs an den Start. Mit der komplett neu entwickelten vierten Generation legt das Top-Modell von Hyundai gegenüber dem Vorgänger in allen Belangen deutlich zu. Äußerlich ist der Santa Fe auf 4,77 Meter gewachsen, innen bietet er mehr Platz, Komfort und Sicherheit. Dass der Schutz der Insassen an erster Stelle steht, zeigt zum Beispiel der weltweit erstmals eingesetzte Ausstiegsassistent hinten. Er hält die Türen geschlossen, wenn beim Verlassen des Wagens an einer stark befahrenen Straße Gefahr durch Verkehr droht.

Der Santa Fe wird wahlweise als Fünf- oder Siebensitzer, als Front- oder Allradler sowie mit Schalt- oder Automatikgetriebe angeboten. Alle Motoren mit einem Leistungsspektrum von 150 PS bis 200 PS erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Erstmals zum Einsatz kommt im neuen Santa Fe der von Hyundai weiterentwickelte, schlupfabhängig geregelte Allradantrieb „HTRAC“ sowie, wie im Tucson, die Achtstufenautomatik. Die Einsteigerversion mit dem kleinen Diesel kostet 35 070 Euro, genauso viel, wie die entsprechende Version der dritten Generation. Hyundai peilt in diesem Jahr 2500, im kommenden Jahr 3000 Verkäufe an.

In diesem Bereich (2000 bis 3000 Einheiten ab 2019) soll sich auch der Verkauf des Kona Elektro bewegen. Zusammen mit dem Fuel-Cell-Fahrzeug Nexo ist der Kona Elektro Teil des neuen Marken-Images von Hyundai: „Wir wollen nicht mehr nur als Wert-Leistungs-Marke wahrgenommen werden, sondern als Vorreiter bei den alternativen Antrieben“, sagte Marketingleiter Till Wartenberg. Der Stromer auf der Basis des Kona soll knapp 500 Kilometer Reichweite haben.

Der Kona Elektro ist dabei bis zu 167 Stundenkilometer schnell unterwegs. Weil das maximale Drehmoment von 395 Newtonmetern prinzipbedingt von Beginn an zur Verfügung steht, gelingen Überholmanöver auch aus niedrigen Geschwindigkeiten in Windeseile. Im Inneren bietet der Kona Elektro eine Mischung aus Funktuionalität und Futurismus. Den Kona Elektro gibt es ab 34 600 Euro. Die vom Hersteller in Korea für 2018 zugesagten 1000 Fahrzeuge für den deutschen Markt sind bereits ausverkauft.

„Hyundai forscht seit 20 Jahren an der Brennstoffzellen-Technologie. Und wir werden daran festhalten“, sagte Bernhard Voß bei der Vorstellung des Nexo. Er ist nach dem ix35 Fuel Cell, dem seit 2013 weltweit ersten in Serie gefertigten Brennstoffzellenfahrzeug, bereits die zweite Generation eines Elektromodells, das als Energieträger Wasserstoff nutzt. Die Technologie bietet eine ganze Reihe von Vorteilen: Der für den Elektroantrieb notwendige Strom wird in den Brennstoffzellen an Bord hergestellt und macht lange Pausen an einer Ladesäule überflüssig. Stattdessen reicht der H2-Vorrat von 6,33 Kilogramm für eine Reichweite von 756 Kilometern. Als einzige Emission gibt der Nexo Wasserdampf an die Umwelt ab, fährt also ganz ohne Abgase. Schwachstelle aller Brennstoffzellenfahrzeuge ist die kaum entwickelte Infrastruktur. Zur Zeit gibt es bundesweit 44 Tankstellen für Fuel Cell-Fahrzeuge; am Jahresende soll dieser Wert auf – auch nicht berauschende – 80 Tankstellen steigen. Um die Kosten für die Entwicklung des Nischenfahrzeugs (erwartete Verkäufe: 1000 pro Jahr) überschaubar zu halten, hat Hyundai mit Audi eine Partnerschaft bei der Entwicklung vereinbart. Der Preis für den Nexo beträgt 69 000 Euro. Für Firmen und mit Umweltbonus kann dieser Preis auf rund 54 000 Euro gedrückt werden.