BA-Freizeit

ORGELSOMMER im Dom

Archivartikel

Zum 15. Mal findet im August der Lampertheimer Orgelsommer statt. Das Thema der vier Konzerte lautet Fantasie. An der Vleugels-Orgel demonstrieren die Organisten, zu welchen Werken die Fantasie Komponisten aller Epochen inspiriert hat. Das Repertoire umfasst Stücke von Dietrich Buxtehude bis Petr Eben.

Tatsächlich war die aus Italien stammende Stilrichtung des Stylus Fantasticus – also des Fantastischen Stils – bereits im Barock zu ihrer Blüte gelangt. Im Unterschied zum strengen kontrapunktischen Stile Antico – dem Alten Stil also – gestattet der Stylus Fantasticus dem Komponisten gewisse Abweichungen von der reinen Lehre und dem Interpreten entsprechende Freiheiten in Akzentuierung und Agogik.

Eröffnet wird der Orgelsommer in der Domkirche am 4. August von Anna Pikulska. Die in Polen geborene Organistin wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, seit 2016 lehrt sie an der Hochschule für Musik in Mainz. Auf ihrem Konzertprogramm stehen unter anderem die Transkription des Orgelkonzerts F-Dur von Georg Friedrich Händel von Marcel Dupré, das Präludium samt Fuge f-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy in einer Fassung von Christoph Bossert und Charles-Marie Widors Bearbeitung einer Pastorale von Johann Sebastian Bach.

Am gleichen Abend zu hören sind Bachs dritte Trio-Sonate d-Moll und Max Regers Fantasie und Fuge. Der Berliner Organist Gunter Kennel spielt am 11. August Jan Pieterszoon Sweelincks Fantasia Chromatica von Bach, die Fantaisie Des-Dur von Camille Saint-Saëns, Mozarts Fantasie für Orgelwalze f-Moll, ein Fantasiestück von Franz Wagner und das Glockenmotiv von Westminster aus den „Pièces des Fantaisie“ von Louis Vierne. Außerdem trägt er eine eigene Fantasie über den Kirchenchoral „Gelobet seist du, Jesu Christ“ vor.

Finale mit der Hauherrin

Am 18. August präsentiert der in Frankfurt am Main lehrende Musiker Stephan Viegelahn Bachs Fantasia super „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“, Sweelincks Echo-Fantasie in d-Moll, César Francks Fantaisie A-Dur, Mozarts Fantasie f-Moll für Orgelwalze und Max Regers Fantasie über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Das Finale des 15. Orgelsommers bestreitet traditionell Hausherrin Heike Ittmann.

Die Lampertheimerin spielt am 25. August die beiden Präludien Dietrich Buxtehudes, die Petr Eben zu einer Hommage angeregt hat, romantische Bearbeitungen Bachscher Orgelchoräle von Widor sowie Präludium und Fuge über den Namen d’Alain von Maurice Duruflé. Max Regers Fantasie und Fuge über die Tonfolge B-A-C-H schließt den Orgelsommer ab. Zur besonderen Atmosphäre der Konzertreihe trägt jeweils auch die Möglichkeit bei, anschließend auf dem Domplatz vor der Kirche bei einem Glas Wasser oder Wein mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. urs

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