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ROCK im Odenwald

Archivartikel

Am 9. und 10. August geht das 37. Finkenbach-Festival über die Bühne. Los geht es am Freitag um 19 und am Samstag um 15 Uhr. Musikalische Leiter des „Finki“ ist Mani Neumeier. Mit seiner Band Guru Guru ist er gerade durch Japan getourt, freut sich aber, dass die Gruppe nach über 50 Jahren auch in der Heimat noch viele Anhänger hat.

„Dass die Band ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das Guru-Feschd die Zuschauer massenhaft ins Finkenbachtal zieht, hätte ich zu Beginn nie gedacht. Es ist ein Wunder“, sagt das 78-jährige Krautrock-Urgestein. Wenn Neumeier auf mehr als 50 Jahre zurückblickt, wird er etwas wehmütig.

„Viele Kollegen von damals sind schon gestorben.“ Einen der alten Garde konnte er aber für das diesjährige Finkenbach-Festival verpflichten: Leo Lyons, der 1969 mit seiner Band Ten Years After in Woodstock dabei war, ist jetzt mit seiner heutigen Formation Hundred Seventy Split am Start. Für den Musiker ist es faszinierend, „so lange diese Kultur machen zu können, die man sonst auf dem Land nicht findet“.

Authentisch und gut

Die Besucher kommen von weit her, um beim „Finki“ Bands live zu sehen, die anderswo kaum noch zu erleben sind. „Wir buchen sie, weil sie authentisch und gut sind – und erschwinglich“, sagt Neumeier. „Außerdem bleibt das Finki, selbst wenn es wie im vergangenen Jahr ausverkauft ist, immer noch gemütlich“, weiß der musikalische Leiter. „Es gibt kein Tohuwabohu, jeder kennt jeden.“

Für Neumeier ist die Durchführung des Finki immer wieder „eine große Ehre“. Vor 43 Jahren als erstes Musikfestival im Odenwald ins Leben gerufen, wird es Jahr für Jahr aufs Neue durchgeführt. Das Heimspiel ist für Neumeier stets etwas Besonderes. „Den Platz, die Musik und die Schwingungen“ empfindet er im Finkenbachtal einfach anders. „Das ist echte und unverfälschte Kultur“, schwärmt er.

Ohne viel Brimborium spielen auf „seinem“ Festival Gruppen außerhalb des üblichen Rahmens. „Das wird von den Leuten geschätzt“, weiß der 78-Jährige. Dazu zählt der tasmanische Gitarrenteufel Rob Tognoni, der nach 2015 in diesem Jahr wieder die Bühne im Odenwald entern wird. Oder Legende Arthur Brown, der „God of Hellfire“, ebenfalls ein Dinosaurier der Rockszene. Der 76-Jährige ist längst Stammgast.

Die Franzosen von Lazuli sind fast Jungspunde gegen diese Ur(groß)väter des Rock und Blues, auch wenn die Band schon 20 Jahre auf dem Buckel hat. Sie steht für den progressiven Part des Festivals, gepaart mit Folk-Einflüssen aus der südfranzösischen Heimat. Adesa wiederum sorgt für Weltmusik und Afrika im Odenwald. Bei allem nicht zu vergessen: das traditionelle Konzert von Guru Guru, immer samstags um 21 Uhr.

Noch gibt es Tickets

„Wir wollen ein schönes und gemütliches Festival anbieten“, sagt Booker Karlheinz Osche. Beste Voraussetzung für ein gelungenes Event war die Tour zum 50-jährigen Bestehen von Guru Guru. Die Tour-Planung für 2020 läuft bereits. Ticket- und weitere Infos zum Finkenbach-Festival gibt es im Internet. tom

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