BA-Freizeit

Neu im Kino In dieser Woche starten neun Filme

Dokus über Flüchtlinge, Hitler und Musik

"Human Flow"

Ai Weiweis Flüchtlings-Dokumentation. Der chinesische Künstler Ai Weiwei legt mit "Human Flow" seinen ersten Film vor - eine Dokumentation über die weltweiten Flüchtlingsströme. Der 60-Jährige versucht in dem Werk, die Katastrophe in ihrem globalen Ausmaß zu erfassen. Dafür schickte er sein Team in mehr als 20 Länder: nach Griechenland und in den Gazastreifen, nach Kenia, Serbien, Mexiko und Indonesien, nach Berlin und Calais. Ai ist auch selber in dem Film zu sehen; mal läuft er durch eines der vielen desolaten Lager, mal lässt er sich die Haare abschneiden. Trotz des Engagements für das Schicksal der Flüchtlinge bleibt der Film aber an der Oberfläche und irgendwann rauschen die Zahlen, Schauplätze und Krisen an einem vorbei. (140 Minuten, ab sechs Jahre)

"The Justice League"

Action-Spektakel mit Staraufgebot. Es ist ein Zusammentreffen der Superhelden: Wonder Woman, Batman und Superman sind nur einige der Stars in diesem neuen Action-Spektakel. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen - vor der Kamera sind unter anderem Gal Gadot, Ben Affleck, Jesse Eisenberg, Amy Adams, Jeremy Irons und Henry Cavill zu sehen. Und um was geht es in "The Justice League"? Batman und Wonder Woman wollen ein bisher nie gewesenes Bündnis von Helden schaffen - doch möglicherweise ist es schon zu spät, um den Planeten vor einem übermächtigen Angriff zu schützen.

"The Big Sick"

Frische Liebeskomödie mit echten Charakteren. Zoe Kazan spielt Emily, eine Bar-Besucherin, die nach seinem Auftritt in einem Comedyclub mit Kumail ins Gespräch kommt, ein US-Amerikaner mit pakistanischen Eltern, der leicht orientierungslos durchs Leben driftet. Die beiden landen in der ersten Nacht im Bett, schnell wird eine Beziehung daraus, doch Kumail bringt es nicht übers Herz, seinen Eltern von Zoe zu erzählen - die versuchen stattdessen weiter, ihn mit pakistanischen Single-Töchtern zu verkuppeln. Der Plot nimmt nach dem ersten Akt eine ungeahnte Wendung und die fluffige Komödie bekommt einen deutlich ernsteren Grundton verpasst. Kumail Nanjiani erzählt hier zusammen mit seiner wirklichen Ehefrau Emily Gordon die eigene Geschichte nach. (119 Minuten, ab sechs Jahre)

"Happy Deathday"

Geburtstags-Horror aus den USA. Muss man einen Tag immer und immer wieder erleben, ist das selbst dann unerträglich, wenn es sich um den eigenen Geburtstag handelt. Für die junge Studentin Tree wird genau dieser Alptraum zur Realität, aus ihrem Geburtstag wird ein "Deathday": Wenn sie morgens erwacht, kann sie sich darauf gefasst machen, dass sie erneut von einem maskierten Unbekannten drangsaliert wird. Immer und immer wieder. Die Regie zu diesem Horrorfilm, der gleich am ersten Wochenende in den Vereinigten Staaten auf Platz eins der Kinohitparade kletterte, kommt von Christopher Landon ("Scouts vs. Zombies"). (96 Minuten, ab zwölf Jahre)

"Animals - Stadt Land Tier"

Wilder Psycho-Grusel. Ein Crash mit einem Schaf lässt die Welt von Anna und Nick aus den Fugen geraten. Das Paar, dessen Ehe ziemlich in die Krise geraten ist, war mit dem Auto auf dem Weg in die Schweizer Alpen. Aber irgendwie scheint sich die Realität nach dem Unfall plötzlich verschoben zu haben. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vermischen sich, Katzen sprechen Französisch und Identitäten verdoppeln sich. Der polnische Regisseur Greg Zglinski zersplittert seine Szenen einer kriselnden Ehe in ein bizarres Verwirrspiel, bei dem die eigene Wahrnehmung permanent auf die Probe gestellt wird. Ein poetischer Hauch des Wahnsinns durchweht den wilden Mysterythriller. (95 Minuten)

"Fikkefuchs"

Tragikomödie mit Jan Henrik Stahlberg. "Fikkefuchs" ist eine Tragikomödie über einen Vater, seinen Sohn und ihren Versuch, Frauen zu verführen. Der 49-jährige Rocky lebt in Berlin, einsam bis auf die Begleitung seines schlabbrigen Hundes. Von seinem Sohn wusste er bis zu dem Moment, als dieser ungefragt vor seiner Tür in Berlin steht, nichts. Thorben, ein triebgesteuerter, verhaltensauffälliger Kerl, hat Mist gebaut. Seine Mutter will ihn zur Besserung in die Psychiatrie schicken. Von dort türmt der 26-Jährige zu seinem Vater - und will von dieser nicht nur Obdach, sondern auch lernen, wie man eine Frau herumkriegt. Ein Plan, der natürlich scheitern muss. (100 Minuten, ab 16 Jahre)

"Wer war Hitler"

Historische Einblicke in eine finstere Zeit. Wer war Hitler? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines gleichnamigen Dokumentarfilms. Antworten und Hilfe bei der Einordnung geben in diesem Fall aber nicht Historiker. Der Publizist Hermann Pölking setzt auf die Macht historischer Bilder und Worte. Dafür hat er Unmengen Filmmaterial aus der Zeit zwischen Hitlers Geburtsjahr 1889 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 zusammengesucht, darunter viele Amateuraufnahmen. Untermalt werden die Filme von nachgesprochenen Zitaten, aus Briefen, Tagebüchern, Reden und Büchern. Menschen aus Hitlers persönlichem Umfeld kommen ebenso zu Wort wie Politiker, Schriftsteller, Widerstandskämpfer, Künstler, aber auch einfache Soldaten und Bürger. KZ-Häftlinge schildern die grausamen Taten des Regimes und alliierte Soldaten erinnern sich an die Befreiung der berüchtigten Lager. (196 Minuten in der Kinofassung, ab zwölf Jahre)

"Silly - Frei von Angst"

Doku über Band Silly. Der Film gewährt Einblicke in den Alltag der bekannten Band. Diese wurde 1978 in Ost-Berlin gegründet, war einst eine der erfolgreichsten Rockgruppen in der DDR und zählt nun zu den erfolgreichsten Bands aus dem Osten Deutschlands. (114 Minuten, ab 0 Jahre)

"Teheran Tabu"

Animiertes Gesellschaftsdrama. Bei diesem Animationsfilm, einer deutsch-österreichischen Koproduktion, handelt es sich um den Erstling des Regisseurs Ali Soozandeh. Eingefangen zwar wurde das Werk mit echten Darstellern. Nachträglich aber wurden die Bilder mittels des Motion Capture-Verfahrens und der sogenannten Rotoskopie verändert. Es geht um einen jungen Musiker namens Babak und drei junge Frauen, Pari, Sara und Donya, deren Wege sich in der iranischen Hauptstadt und Metropole Teheran kreuzen. Vor allem eines eint diese vier jungen Menschen: Die Suche nach etwas Freiheit und Glück unter nicht ganz einfachen gesellschaftlichen Umständen. (96 Minuten, ab 16 Jahre) dpa

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