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Mit dem KUNSTSTOFF wurde die Welt BUNT

Archivartikel

Der Museumsverein Seeheim-Jugenheim lädt ein in das Seeheimer Rathausfoyer, Georg-Kaiser-Platz 3, zur Vernissage und zum Besuch der Fotoausstellung „Die Kunststoffstraße: Das Leben wird bunt“. Mit dieser Sonderausstellung vom 2. bis 28. Juni macht die „Route der Industriekultur im Landkreis Darmstadt-Dieburg“ in Seeheim-Jugenheim Station.

Die Ausstellung ist ein Ergebnis des Landkreis-Projektes „Kunststoffstraße Darmstadt-Dieburg“, an dem mit wissenschaftlicher Unterstützung – beispielsweise durch den Fachbereich Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt – Museums-Akteure und Unternehmen seit 2010 gemeinsam arbeiten. Von der Bergstraße sind das Seeheimer sowie das Pfungstädter Museum beteiligt.

Die Ausstellung zeigt anhand der Einzelbeiträge die geschichtliche Entwicklung der Region seit mehr als 150 Jahren als Zentrum für die Kunststoffherstellung und Kunststoffverarbeitung. Rund um diesen Industriezweig haben hier seitdem zahlreiche Menschen ihren Lebensunterhalt bestritten. Bis heute prägt dieses Segment Alltag und Arbeitskultur gleichermaßen: Lokal, national und international sind Unternehmen unterschiedlichster Größe in der Kunststoff-Verarbeitung aktiv.

Museen im Landkreis Darmstadt-Dieburg haben die Kunststoff-Historie von der manuellen Schildpattverarbeitung damals bis zur digital gesteuerten Technologie von heute thematisch aufgegriffen. „An mehr als zehn Stationen im Landkreis zeigt diese industriekulturelle Route auf, dass Kunststoff mehr als nur Plastik ist; er ist ein durchaus nachhaltiger Werkstoff, der Geschichte schreibt und Zukunft gestaltet“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kunststoff bringt auch Geschichten hervor, die nicht nur von Unternehmenstradition erzählen, sondern auch von Familien und Generationen, die durch vielfältige Professionen rund um Kunststoff ihr Auskommen fanden und finden. Besucher der Ausstellung können sich einen Eindruck von den vielen Facetten der Industriekultur rund um die Kunststoffstraße verschaffen.

Auch in und um Seeheim-Jugenheim herum sowie in anderen Dörfern entstanden zahlreiche Familien- und Handwerksbetriebe für Kunststoffprodukte, um das Warenangebot an modernen und nachgefragten Gebrauchsgegenständen zu steigern und durch Eigeninitiative flächendeckend Arbeitsplätze in mehreren Branchen zu schaffen. Die Präsentation zeigt, dass in den 50er Jahren der Aufschwung in das Wirtschaftswunder durch Verwendung von Kunststoffen in Produkten massiv unterstützt wurde. Beispiele sind Mode (Nylonstrümpfe, Miederwaren, Nylongewebe), Genussmittel (Tabaks-Pfeifen) sowie Haushalt und Wohnung (Steppdecken, Thermoskannen, Schirme). zg

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