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Wird Mörlenbach wieder STADT?

Mörlenbach kann und soll wieder Stadt werden: Davon sind Heimatforscher überzeugt. Der Klein-Breitenbacher Heimat- und Kulturverein mit Eugen Weber, Hartmut Quick und Ehrenbürgermeister Lothar Knopf sowie Heiko Lorenzen vom Kultur- und Museumsverein Bonsweiher haben dafür akribische Arbeit geleistet. Jetzt nehmen sie beim Staatsarchiv Darmstadt einen zweiten Anlauf, um den dortigen Fachberater zu überzeugen.

In Vergessenheit geraten

Beweise und Belege haben sie auch mit Hilfe des professionellen Burgenforschers Thomas Steinmetz gesammelt. „Mörlenbach galt von 22. Juli 1459 bis nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) als Stadt“, lautet die Botschaft der Heimatforscher. Dass dies in Vergessenheit geraten ist, erklären sie sich mit „den wenigen übriggeblieben Menschen und den neu Eingewanderten, die nach dem Dreißigjährigen Krieg andere Sorgen hatten“.

Die Auflistung aller Belege wurde jetzt mit einem von Bürgermeister Jens Helmstädter formulierten Anschreiben erneut an das Hessische Staatsarchiv gesandt. Neue Belege wurden vor allem im Generallandesarchiv Karlsruhe gefunden. Eine Stadtmauer wurde 1459 dokumentiert. 1461 wurde die Provinz Starkenburg von Kurmainz in die Kurpfalz nach Heidelberg verpfändet.

Von der „Stadt Mörlenbach“ ist in der Verpfändungsurkunde die Rede, und auch im kurpfälzischen „Reißbuch“ von 1504 wird Mörlenbach ausdrücklich zusammen mit Heppenheim und Bensheim aufgeführt.

In einem Schreiben führt „das Arbeitsteam zur Erforschung des Mittelalters“ die Chronologie noch einmal auf. Es sei Sache der Gemeindevertretung, zu entscheiden, „ob die Gemeinde Mörlenbach wieder zur Stadt werden will. Doch wenn es nach uns geht, wollen wir wieder in die Stadtrechte eintreten“, erklären die Heimatforscher. Dies wäre ein Imagegewinn.

An den gemeindlichen Abgaben und Steuern dürfte sich nichts ändern, allenfalls Ortsschilder und Briefköpfe müssten geändert werden. Für die bisher erbrachten Leistungen ist der Verein in finanzielle Vorlage getreten. Die Sparkassenstiftung hat das Projekt unterstützt, von der Gemeinde ist bis jetzt kein Geld geflossen. mk/ü

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