BA-Freizeit

Zurückgeholt aus einem Dornröschenschlaf

Archivartikel

Unser heutiges Bildmotiv hat sich auf den ersten Blick kaum verändert. In den Jahren 1902 bis 1910 bauten die Brüder Heinrich und Georg Metzendorf im Auftrag von Wilhelm Euler drei Gebäude in der Bensheimer Friedhofsstraße. Diesmal galt es nicht, Villen zu planen, sondern Werkmeisterwohnungen und Mehrfamilienhäuser für die Angestellten und Arbeiter der Papierfabrik Euler – eine soziale Idee, die auch von Margarethe Krupp aufgenommen wurde, die für den Bau einer Siedlung für menschenfreundliches Wohnen den Architekten Georg Metzendorf nach Essen holte. Die dortige Margarethenhöhe gilt als erste deutsche Gartenstadt.

Unser Augenmerk gilt heute den Werkmeisterwohnungen in der Friedhofstraße 86-90 in Bensheim. Das historische Bild aus dem Jahr 1920 hat uns freundlicherweise unser Leser Hans-Reinhard Kühnreich zur Verfügung gestellt. Drei Frauen sind auf dem Bild zu entdecken, eine am Eingang links und zwei im Gespräch vor dem Haus. Das Gebäude war in den vergangenen 15 bis 20 Jahren mehr oder weniger nicht mehr bewohnt und fiel in eine Art Dornröschenschlaf. Doch jetzt wurde es daraus erweckt: Im Rahmen der gesamten Euler-Bebauung wird es revitalisiert und aufwendig saniert werden – ein Schicksal, das man dem Gebäude Friedhofsstraße 110 auch wünschen könnte. Das komplett mit Holzschindeln verkleidete Haus sucht noch einen Prinzen, der es wachküsst. / tn

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