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An apple a day

Wenn sich eine Apfelsorte mit Social Media auskennt, dann ist es die Pink Lady. Die fesche Australierin mit der rosa Färbung und dem herzförmigen Sticker ist ein beliebter Gast bei allen Mahlzeiten vom Frühstück bis zum Abendessen: Pink Lady besitzt eine Facebook-Fanseite, einen eigenen Twitter-Account und - na immerhin - füllt jede Menge Koch- und Backrezepte, die sich dem Wachstum und Verzehr des trendigen Äpfelchens vom anderen Ende der Welt widmen. Die alten urdeutschen Apfelsorten, darunter Schafsnasen, Hasenknopf und Doppelmelone (noch nie gehört?), haben keine Chance gegen die junge Generation, gegen die, die die Welt gesehen haben und die trotzdem so frisch aussehen wie eh und je. Schade für die deutschen Äpfel, denn sie gehen, während die pinken Ladies erblühen, langsam unter. Doch nicht nur das Konsumverhalten schadet den alten Sorten, auch die Ernte-einbußen durch Unwetter und Probleme bei der Bestäubung durch Bienen sind in diesem Jahr besonders hoch. Dabei hat das rot-gelb-grüne Kernobst einen so hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Man denke nur an den Apfel von Adam und Eva, an das vergiftete Exemplar in Grimms Schneewittchen oder an den Schuss des Wilhelm Tell. Immer spielte der Apfel eine der Hauptrollen. Wollt ihr das einfach aufgeben? An apple a day keeps the doctor away, heißt es in einem Sprichwort. Ein Apfel pro Tag hält uns fern von Ärzten und Ärger. Also greift beherzt zu, wenn ihr das nächste Mal im Supermarkt an Äpfeln aus der Region oder wenigstens aus diesem Land vorbeilauft. Schnappt Euch alle Schafsnasen, die ihr aus Nachbars Garten kriegen könnt. Ihr habt es in der Hand. Make German Apples great again.

Bis neulich, Eure BAte

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