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April, April

Archivartikel

Am 1. April fragen sich ja viele meiner geneigten Leserinnen und Leser, ob ich ihnen heute mit meiner Kolumne einen Bären aufbinden möchte. Wie wäre es also, wenn ich Euch erzähle, dass das Bundesverkehrsministerium und der Bundesverkehrsminister höchstpersönlich Models in Unterwäsche und Fahrradhelmen fotografieren lässt, um das Radfahren sicherer zu machen? Zu abwegig für einen Aprilscherz? Vor allem zu früh für einen Aprilscherz, schließlich ist die Kampagne schon letzte Woche veröffentlicht worden. Ganz im Ernst: Was das Radfahren sicherer machen würde, sind bessere Infrastrukturen für Fahrradfahrer, geringere Geschwindigkeiten für Autofahrer und Abbiege- assistenten für Lastkraftwagen, nicht irgendwelche Leute in Unterwäsche und Fahrradhelm. Auch wenn die große Mehrzahl der Deutschen „oben ohne“ Fahrrad fährt, ergibt diese Kombination doch gar keinen Sinn. Wer sich die jungen Leute ansieht, die sich leicht bekleidet auf dem Bett räkeln, denkt doch – wer könnte es einem übel nehmen – eher an eine andere Art von Verkehr und eine andere Art von „Schutzbekleidung“. Lieber Herr Scheuer, haben Sie so viel Vertrauen in die Jugendlichen in Ihrem Land, dass Sie denken, sie würden sich nicht von Unfallstatistiken, aber von halbnackten Models überzeugen lassen, beim Radeln einen Helm zu tragen? Vielleicht sollten Sie ihre Arbeit lieber an „Me too“ und weniger an „Sex sells“ orientieren. Also lieber am 21. als am 20. Jahrhundert.

Bis neulich, Eure BAte

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