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Hochschulbildungsreport 2016 Nur wenige Arbeiterkinder nehmen ein Studium an der Universität auf - eine Initiative will das ändern

Arbeiterkind.de motiviert zum Studium

Archivartikel

Obwohl die Studierendenzahlen an deutschen Hochschulen förmlich explodieren, schafft es nicht einmal jedes vierte Kind aus einer Arbeiterfamilie an die Universität.

Der aktuelle Hochschulbildungsreport, eine Studie des Stifterverbands und der Unternehmensberatung McKinsey, zeigt: Von 100 Schulabgängern, deren Eltern nicht studiert haben, beginnen nur 21 Personen ein Studium. 15 von ihnen schaffen statistisch gesehen einen Bachelor-Abschluss, acht machen einen Master und nur eine Person promoviert. Zum Vergleich: Hat wenigstens ein Elternteil studiert, steigt die Anzahl der studierenden Kinder auf 74 Prozent. 63 Prozent machen einen Bachelor-, 45 Prozent einen Masterabschluss. Jedes zehnte Kind aus einer Akademikerfamilie macht seinen Doktor.

Doch die Selektion beginnt meist nicht erst an der Universität: Arbeiterkinder besitzen oft einen anderen familiären Hintergrund als Akademikerkinder, in dem Musikunterricht und Museumsbesuche beispielsweise eine unwichtigere Rolle gespielt haben. Die Hemmschwelle, ein Studium statt einer Ausbildung zu beginnen, wächst.

Die Initiative ArbeiterKind.de versucht, mehr Kinder aus Arbeiterfamilien zu motivieren, die Universität zu besuchen. "Unsere Erfahrung ist, dass wenn Abiturienten aus nichtakademischen Familien erst einmal an der Hochschule sind, dann klappt das eigentlich auch", sagt Katja Urbatsch, Gründerin von ArbeiterKind.de. Moritz Müller

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