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Auch Kinder brauchen Ferien

Archivartikel

Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich ein schlüssiges Argument für die Abschaffung der Kita-Ferien zu geben: Berufstätige Eltern haben entweder Schwierigkeiten eine Betreuung während der Arbeitszeit zu finden oder wünschen sich schlichtweg eine Auszeit von ihren Kindern während der Urlaubstage. Diese Elternfreundlichkeit ist jedoch nicht mit dem Kindeswohl zu vereinbaren. Sieht ein neugieriges Kind, dass seine Geschwister nicht zur Schule müssen und stattdessen die Zeit mit neuen interessanten Dingen verbringen, kann dies schnell dazu führen, dass ein Kind den Spaß am routinierten Kita-Tag verliert. Im Kindergarten wartet meist ein festes Programm: basteln, rausgehen, Mittagessen, Ruhezeit. Hier wird nur wenig berücksichtigt, dass Kinder unterschiedlich sind und gerade bei der Hitze individuelle Betreuung benötigen. Die weit verbreitete Ansicht, im Kindergarten würde eh nur gespielt werden, ist schon lange nicht mehr tragbar. Zum einen müssen die Kleinsten grundlegende Fähigkeiten – wie das Schneiden mit einer Schere oder das Halten eines Stifts – erst erlernen, zum anderen aber hat sich der Alltag im Kindergarten verändert. Während früher kaum Inhalte vermittelt wurde, steht nun in vielen Kindergärten Englisch und Erdkunde auf dem Programm. Folglich werden Kinder auch in der Kita geistig gefordert, was gleichzeitig verlangt, dass auch sie Raum für Pausen bekommen. Würden die Ferien abgeschafft werden, riskiert man schnell eine Überforderung der Kleinsten. Sophia Rhein

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