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Städtereise Für Asien-Neulinge eignet sich die thailändische Hauptstadt als Ziel eines Kurztrips / Chaotischer Verkehr

Bangkok für Anfänger

Archivartikel

Laut, bunt, hektisch und einfach riesengroß: In der Hauptstadt Thailands erleben viele Asien-Reisende einen wahren Kulturschock. Mit über acht Millionen Einwohnern und einer Fläche von 1600 Quadratkilometern gehört Bangkok zu den bevölkerungsdichtesten Städten der Welt. Im Vergleich: In Bensheim gesellen sich 44 000 Menschen auf eine Fläche von 58 Quadratkilometern. Das macht rund 760 Einwohner pro Quadratkilometer, während es in Bangkok 5300 sind. Dementsprechend voll sind in Bangkok auch die Straßen.

Sich auf die Stadt einlassen

Das Erste, das mir als Asien-Neuling aufgefallen ist, ist der scheinbar völlig ungeregelte und chaotische Verkehr. Autos, bunte Taxis, die berühmten Tuk-Tuks (motorbetriebene „Dreiräder“ die als Taxis fungieren und neben dem Fahrer Platz für zwei bis drei Fahrgäste bieten) und natürlich Roller, die sich mit Sicherheit durch jede Lücke zwängen, die sich auftut. Zuletzt Busse – sagen wir vielleicht lieber „Transporter“ – beladen mit Menschen. Dazu kommen der Skytrain, die U-Bahn und diverse Fähren. Hier ist es gar nicht leicht, sich von Google einfach eine günstige Route anzeigen zu lassen die einen von A nach B bringt. Man muss sich auf die Stadt einlassen und sollte nicht verzweifeln, wenn man mal (wieder) die Orientierung verloren hat. Besonders Spaß hatten wir schließlich an den Tuk-Tuks die uns immer spontan und günstig überall hin bringen konnten.

Wirklich überwältigend sind auch die Gebäude: Wolkenkratzer mit Rooftop-Bars, alte und dreckige Betonblöcke, noble Einkaufszentren und mit Planen überdeckte Streetfood-Stände wild durcheinander gewürfelt. Apropos Streetfood: Thailand ist nicht umsonst für das gute und günstige Essen bekannt. Oft lohnen sich kleine familiäre Straßenküchen, wo man beim Kochen zuschauen kann, anschließend ganz unelegant an einem Plastiktisch Platz nimmt, und für knappe zwei Euro das beste Essen der Welt bekommt. Allerdings ist nicht alles, was es an solchen Straßenständen zu kaufen gibt, auch wirklich hygienisch. Von Fleischspießen, die stundenlang in der Sonne gelegen haben, oder Sandwiches auf denen bereits die Mayo eintrocknet, sollte man vermutlich besser die Finger lassen.

Beeindruckende Sehenswürdigkeiten

Auf der rechten Seite des großen Flusses, Chao Phraya, Reihen sich die Sehenswürdigkeiten der Millionenstadt aneinander: Der Grand Palace zieht Touristenströme aus aller Welt an – zurecht wie ich finde. Etwas so bezauberndes habe ich bisher kaum gesehen. Direkt nebenan findet man die Tempelanlage „Wat Pho“. Auch diese kann mit atemberaubender Architektur und funkelnden Fassaden beeindrucken.

Weniger begeistert war ich von den Umgangsformen der Menschen. Bei all der Hektik bleibt keine Zeit für ein Lächeln; hilfsbereit zeigen sich wenige Einheimische – und falls einmal jemand aufgeschlossen ist, muss man leider direkt Angst haben, durch vermeintlich billige Angebote abgezockt zu werden.

Meinen Aufenthalt in Bangkok habe ich trotzdem sehr genossen und konnte in den zweieinhalb Tagen lange nicht alles abhaken, was auf meiner To-do-Liste stand. Nach einigen Tagen Entspannung wäre ich wieder bereit gewesen für einen zweiten Anlauf in die Millionenstadt. Asien-Neulingen wie mir würde ich allerdings keinen Bangkok-Aufenthalt empfehlen, der länger als einige Tage dauert – abschalten fällt hier sehr schwer. Eva-Lotte Wenderoth

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