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Heinrich-Metzendorf-Schule Bensheim Schulsprecher Georg Kovarik erläutert im Interview das Pfandsystem für mehr Nachhaltigkeit

Becher für ein besseres Klima

Einwegbecher und die Unmengen an Müll, die durch ihre Nutzung entstehen, sind unlängst wieder Anlass für Kritik geworden. Spätestens seit einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion für die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung ist die Problematik der Plastik- und Papiertassen auch für unsere Stadt relevant geworden.

Allein in Deutschland werden stündlich 320 000 Coffee-to-go-Becher verwendet, im Jahr sind das fast drei Milliarden Stück. Zwar werden von den rund 160 Litern, die jede Deutsche und jeder Deutsche pro Jahr Kaffee trinkt nur etwa fünf Prozent aus Einwegbechern konsumiert, allein in Berlin summiert sich das allerdings auf 460 000 Becher pro Tag. Im Vergleich zu anderen Umweltsünden stellen die Becher, die nach einmaliger Nutzung von meist weniger als zehn Minuten auf dem Müll landen zwar einen geringen Anteil dar; „Kleinvieh macht aber auch Mist“, lehrt uns nicht nur das Sprichwort.

Die Schülervertretung der Heinrich-Metzendorf-Schule (HMS) hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Bereits vor Jahren wurde eine Aktion „Aus dem eigenen Becher schmeckt es am besten“ gestartet. Mittlerweile hat die SV daraus ein Kaffeesystem etabliert, das vielleicht als Vorbild für andere Schulen oder auch die Geschäfte in Bensheim dienen könnte: Die Schülerinnen und Schüler der HMS haben die Möglichkeit, sich in der Cafeteria ihre eigenen Kaffeebecher füllen zu lassen oder sich Porzellantassen zu leihen. Selbst am Automaten funktioniert dieses System.

Neben dem positiven Umweltaspekt sparen die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig bares Geld, denn der Kaffee im Mehrwegbecher wird zum reduzierten Preis ausgegeben.

Die BAnane hat mit Georg Kovarik, Schulsprecher der HMS, über das Kaffeepfandsystem gesprochen:

Georg, kannst Du bitte erklären, wie Euer Pfandsystem funktioniert?

Georg Kovarik: Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, in der Metzeria (unserer Cafeteria) eine Kaffeetasse zu leihen. Somit entsteht weniger Müll und der Kaffee ist günstiger: Im Pappbecher kostet eine Tasse nämlich 1,20 Euro. In einer Porzellantasse mit zwei Euro Pfand nur 90 Cent.

Wann hattet ihr die Idee dazu und wie habt ihr sie umgesetzt?

Georg: Die SV veranstaltete, mit Hilfe der Schulleitung, am 14. Februar dieses Jahres einen Aktionstag zum Thema Nachhaltigkeit. Daraus entstand diese umweltfreundliche Idee und jeder kann einen kleinen Teil dazu beitragen, die Müllmengen zu reduzieren.

Welche Reaktionen bekommt ihr aus der Schülerschaft?

Georg: Die Schülerinnen und Schüler sowie das Team der Metzeria erkennen den Vorteil der Pfandbecher-Aktion und tragen zum gemeinsamen Erfolg bei. Moritz Müller

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