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Blauer Brief

Liebe Eltern, wir sind Euch sehr dankbar dafür, dass ihr uns in unseren Bestrebungen für eine lebenswerte Zukunft unterstützt, uns im Zweifelsfall das Schwänzen für den Klimaschutz nicht übel nehmt und inzwischen sogar eine Petition in den Bundestag eingebracht habt. Das solltet ihr jedoch bleiben lassen, denn das ist unsere Sache. Mit Verlaub: Ihr hattet viele Jahre Zeit, euch selbst für die Rettung des Planeten einzusetzen, aber ihr habt es nicht getan. Hättet ihr die Erderwärmung, das Schmelzen der Polkappen und die Vermüllung der Natur nicht ignoriert, wären wir heute schon viel weiter auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel. Wir brauchen weder eure Unterstützung noch euer Mitleid. Was wir brauchen, ist euer Verständnis und euer Vertrauen darauf, dass es sich für unser Ziel zu kämpfen lohnt. Denn jetzt sind wir am Zug. Und wisst ihr was? Ab hier schaffen wir das alleine. Die Generation Helikopter-Eltern, die ständig um uns herumkreisen, uns kaum aus den Augen lassen, uns nicht nur zur Schule, sondern bis zur Pforte fahren (übrigens weder klima- noch zukunftsfreundlich), ist offensichtlich auch nicht in der Lage, uns wenigstens die Proteste, durch die wir die Sünden ihrer Vergangenheit zu revidieren versuchen, durchführen zu lassen. Noch irrwitziger wird die Schose ja bei den Grandparents for future – ist das nicht schon ein Widerspruch in sich? Oder wird dadurch erst das Engagement der Parents for future (auch Kinderlose!) legitimiert? Wir haben das Gefühl, als fühle sich inzwischen jede Bevölkerungsgruppe dazu animiert, ihre eigene for future-Sektion zu gründen, um auch auf den (Achtung, klimafreundliche Metapher) Erfolgszugs des Skolstreijks aufspringen zu können. Dann lasst euren Worten nun auch Handlungen folgen. Bis neulich, Eure BAte

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