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Der Griff in die Leere

Archivartikel

Ich wünschte, ich könnte nach etwas greifen. Etwas, das näher ist, als die unendliche Weite, die unendliche Leere, die in mir ist. Ich wünschte, ich würde nicht ständig ins Leere greifen. Als würde ich etwas näher holen wollen, was nie da gewesen ist. Ich wünschte, ich hätte eine Zeitmaschine. Eine Zeitmaschine, die mich zurückbringt zu den Zeiten als ich nach etwas griff und du da warst. Ich wusste, du warst in meiner Nähe. Als das weiße Nichts noch ein rosa Gefühl war. Stell dir den rosigsten Himmel vor, wie ein Sonnenuntergang. Zuckerwatte. Sanft. Warm. Rosa in blau übergehend. Wolken schleierhaft, wie ein weicher Vorhang im Sommerwind. Genauso fühlte ich mich. Als würde man stundenlang solch einem Sonnenuntergang zuschauen, der aber nie ganz endet, die Sonne nie ganz untergehen lässt. Ich dachte, dass wir nie enden, dass wir nie untergehen. Aber ich irrte mich. Ich schwebte zu sehr auf Wolke sieben. War zu sehr im rosaroten Sonnenuntergang gefangen. Denn jetzt bist du weg. Das Problem mit dem Ganzen ist, immer, wenn ich denke, dass du weg bist, werde ich daran erinnert, dass es dich noch gibt. Dass du immer noch da bist. Dass ich dir nicht aus dem Weg gehen kann, selbst wenn ich es wollte. Langes Schweigen, es nutzte nichts. Die ganzen Worte, es nutzte nichts. Ignoranz und geschlossene Augen, es nutzte nichts. Vergessenes Verzeihen, es nutzte nichts. Noch immer greife ich nach dir. Noch immer greife ich ins Nichts. Bis neulich, Eure BAte

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