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Gute Vorsätze Viele möchten zum Jahresbeginn ihr Leben zum Positiven verändern – doch warum gelingt das so selten?

Diesmal wird alles anders

Archivartikel

Wir kennen es alle. Ein neues Jahr kommt auf uns zu, und wir beschließen: Dieses Jahr mache ich es besser, werde ich sorgfältiger, bleibe ich an meinen Vorsätzen dran. Und jedes Jahr fassen wir die gleichen Vorsätze.

Allein schon die Tatsache, dass wir nach 365 Tagen wieder sagen: „Ich möchte mir mehr Zeit für die Familie nehmen“, „Ich höre mit dem Rauchen auf“ oder „Dieses Jahr halte ich mich an mein Sportprogramm und werde fitter“ zeig doch eines – wir lügen uns immer wieder gerne selbst in die Tasche. Vorsätze sind doch schon darauf angelegt, nicht eingehalten zu werden. Denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann stellen wir jetzt schon im zweiten Monat des neuen Jahres fest: Ich mache nichts anders als im vergangenen Jahr. Wobei man zugeben muss, dass diese Erkenntnis den einen oder anderen wahrscheinlich schon in der ersten Januarwoche ereilt hat, als er gerade in der ersten Arbeitswoche voller Termine sich mal wieder eine Zigarette angezündet hat, nachdem er sein Fast-Food-Mittagessen verspeist hat.

Wieso schließen wir dann überhaupt Vorsätze, wenn wir sowieso alle im Inneren wissen, dass wir sie nach kürzester Zeit wieder verwerfen werden? Ganz einfach: Weil wir gerne die Illusion aufrechterhalten, die Kontrolle zu haben. Und weil wir gerne so tun, als könnten wir uns selber kontrollieren und als wären wir stärker als unser „innere Schweinehund“. Wäre aber immer noch die Frage nach dem Warum. Warum schaffen wir es nicht, unsere Vorsätze einzuhalten? Warum kehren wir immer wieder zu alten Angewohnheiten zurück – egal, ob im Positiven oder Negativen?

Konkrete Ziele formulieren

Dafür gibt es mehrere Gründe. Wir formulieren Vorsätze und wollen damit etwas Bestimmtes erreichen: zum Beispiel die gewünschte Strandfigur. Im Grunde müssen wir aber ein Ziel formulieren und kein unverbindliches, schwammiges Vorhaben. WIE sieht mein Ziel aus? Will ich zwei, fünf oder zehn Kilo abspecken? WAS muss ich tun, um mein Ziel zu erreichen? Muss ich meine Ernährung komplett umstellen oder reicht es, wenn ich einfach zweimal mehr Sport pro Woche treibe? WANN möchte ich mein Ziel erreicht haben? Startet mein Strandurlaub im August, möchte ich dann schon im Juni mein Ziel erreicht haben? Wenn wir uns feste Ziele setzten und uns vor Augen führen, wie das Ergebnis aussehen soll, dann schaffen wir es vielleicht etwas länger, unserem Ziel treu zu bleiben. Natürlich ist das aber auch kein Konzept mit 100-prozentiger Erfolgschance!

Der zweite große Fehler, den wir häufig machen: Wenn wir ein Ziel haben, dann setzen wir die Messlatte zu hoch an. Wir wollen zu schnell zu viel auf einmal. Wir erschaffen uns eine Illusion, in der wir von Null auf Hundert gehen und so natürlich schnell scheitern. Man kann eben nicht unbedingt im Hauruck-Verfahren, von jetzt auf eben, jeden Tag Sport machen und nur noch Gemüse essen. Es mag Menschen geben, die dazu in der Lage sind, aber wir sind eben nicht alle solche Superhelden. Manchmal ist weniger mehr.

Und jetzt kommt mein persönliches, doch sehr ernüchterndes Resümee. Ich habe mich an meine eigenen Tipps gehalten. Nicht zu hoch gegriffen und ein Ziel formuliert. Aber trotzdem bin ich bisher nicht besonders erfolgreich in der Umsetzung meiner Ziele.

Denn es ist wie immer: In der Theorie klingt das alles immer ganz fantastisch und simpel. Man geht davon aus, dass man weiß, was man tut, und dass man es schaffen kann. Aber in der Praxis ist dann eben doch alles irgendwie anders. Man muss sich einfach richtig darauf einlassen, man muss es wollen und die Motivation darf nicht zu schwach oder gar die verkehrte sein. Und dann, dann besteht vielleicht die Chance, dass wir unser besseres Selbst werden können.

Aber wieso eigentlich immer zum 1. Januar? Ich bin der Meinung, das ist der größte und schwerwiegendste Fehler. Veränderung sollte nicht aufgrund eines Datums gewollt sein. Veränderung kann man immer anfangen. Egal wann, egal wo und ganz egal, ob im Januar, April oder einfach genau jetzt. Im Grunde geht es doch einfach nur um eines: dranbleiben und schaffen! Cara Metzner

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