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Corona I Die Zahl der rassistischen Übergriffe ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen / Betroffene können sich Hilfe suchen

Diskriminierung nimmt in Zeiten von Corona zu

Archivartikel

Covid-19 hat das Leben auf den Kopf gestellt und das gesellschaftliche Zusammenleben gefordert. Auch im Hinblick auf Diskriminierungsschutz.

Es wurden seit Beginn der Corona-Krise rund 1500 Beratungsanfragen an die Antidiskriminierungsstellen gestellt. Insgesamt ist es sogar auf 6000 gestiegen, im Vergleich dazu waren es 2019 nur 3200 Fälle. Dabei handelt es sich um rassistisches Verhalten oder sogar körperliche Übergriffe. Viele davon Betroffene waren Menschen mit asiatischem Hintergrund. Dies liegt sehr wahrscheinlich daran, dass das Virus aus China stammt. Die Menschen suchen sich in solchen Zeiten der Ungewissheit oft einen Sündenbock, um die Schuld auf andere zu lenken. Aber auch bei Menschen, die in Hotspots leben, stiegen die Diskriminierungsfälle. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ein paar einzelne Menschen sich nicht an die Regeln gehalten haben und somit Hass und Anschuldigungen erleben mussten. Es habe auch eine Reihe von Anfragen wegen der Maskenpflicht gegeben, vor allem von Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können, so die Antidiskriminierungsstelle. Allerdings hätten sich auch Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker wegen der Maskenpflicht als Diskriminierungsopfer stilisiert. Es handele sich aber nicht um Diskriminierung nach dem Gesetz, wenn man das Maskentragen grundsätzlich ablehne, weil man das Virus für ungefährlich oder für den Teil einer Verschwörung halte. Die Antidiskriminierungsstellen raten Betroffenen, sich Hilfe bei Freunden, Familie oder den entsprechenden Anlaufstellen zu suchen. Svenja Thomas

Info: Hilfsangebote im Kreis findet ihr unter www.kreis-bergstraße.de

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