Bananeweb

Sportabi Von vielen wird das Fach als Prüfungsteil nicht für voll genommen – die BAnane hat nachgeforscht

Doppelbelastung oder geschenkte Punkte?

Die Möglichkeit, Sport als Prüfungsfach im Abitur zu wählen, besteht an allen Bensheimer Gymnasien – allerdings sind die Sportarten, in denen man sich prüfen lassen kann, nicht überall die gleichen. Im Grundkurs genügt eine Sportart, die man beherrschen muss. Auf diese beziehen sich dann auch die Aufgaben im theoretischen Prüfungsteil, der grundlegend wie eine normale mündliche Abiturprüfung aufgebaut ist.

Häufig wird das Sport-Abitur allerdings kritisiert und von einigen als nicht gleichwertig angesehen, da es weder Geistes- noch Naturwissenschaft sei und Sport als Schulfach ohnehin nicht ernst genommen werden könne. Tatsächlich gehört zu einem guten – oder überhaupt bestandenen – Sportabi wesentlich mehr, als ein bisschen „Herumgehampel“. Bereits ab der Q1 muss der dreistündige Sportkurs belegt werden. Man hat zusätzlich Theorieunterricht und Klausuren, für die man lernen muss. Die Prüfung selbst stellt schließlich eine Doppelbelastung dar, da sie eigentlich aus zwei einzelnen Prüfungen besteht. Man hat außerdem nicht die Möglichkeit, sich nach der praktischen Prüfung auf die faule Haut zu legen, da man mit null Punkten in der Theorie nicht über eine Gesamtpunktzahl von drei herauskommen kann und mit drei Punkten in der Theorie höchstens fünf gesamt erreichen kann. Das Sportabi ist daher nicht einfach ein Geschenk für Sport-Freaks, sondern, je nach Sportart, sogar mit einem extra großen (Lern-)Aufwand verbunden.

Umfrage

Das sagen Bensheimer Abiturienten über ihre Erfahrungen im Sport-Abitur? Die BAnane hat nachgefragt:

Anna (18), Tanzen: Besonders für uns Tänzer bedeutet eine Abiturprüfung in Sport einen enormen Arbeitsaufwand. Man muss zwei Choreographien selbstständig erarbeiten, dazu eine Songanalyse und eine Taktausarbeitung machen und schließlich muss die Performance am Tag sitzen, was unter Aufregung nicht selbstverständlich ist. Ich finde es deshalb echt unfair, dass das Sportabi von vielen nicht ernst genommen wird – schließlich kommt dazu auch noch ein umfangreicher Theorieteil, den man beherrschen muss – und auch der hat es in sich!

Yari (17), Volleyball: Generell hat mir das Sportabi sehr gut gefallen. In der Theorie lernt man viele Sachen, die für einen als Sportler sehr interessant sind und die man auf seine jeweilige Sportart übertragen kann. Außerdem ist das sportliche Niveau im praktischen Teil höher, da man mit gleich Sportbegeisterten zusammen Unterricht hat, was es auch für den Lehrer einfacher macht, einen angemessenen Unterricht abzuhalten. Ich halte das Sportabi auf jeden Fall als mindestens gleichwertig. So selbstverständlich wie im Grundkurs ist eine gute Note in Sport nicht, denn die Anforderungen sind höher. Letztendlich hat man schließlich eine Prüfung mehr und wenn man nicht trainiert hat, dann wird es auch praktisch mit der guten Note schwer. Die mündliche Prüfung ist nicht weniger umfangreich als in anderen Fächern und bestimmt nicht geschenkt. Ich kann das Sportabitur definitiv empfehlen, wenn man gerne Sport macht, sich auch für die Theorie interessiert und am besten schon Erfahrung im Verein hat.

Charly (17), Badminton: Ich finde das Sportabi gibt eine gute Möglichkeit, das Hobby mit dem Abitur zu verbinden. Das Trainieren für die praktische Prüfung macht Spaß und ist ein guter Ausgleich zu dem ganzen Theorie-Lernen. Was ich allerdings für etwas unfair halte, ist, dass immer nur bestimmte Sportarten angeboten werden, so dass nicht jeder sein besonderes Können im Abi unter Beweis stellen kann. So haben „Normalos“ gegenüber den Vereinssportlern einen Nachteil. Auch hat man dank der zweigeteilten mündlichen Prüfung einen doppelten Lernaufwand, deshalb bin ich unschlüssig, ob ich mich nochmal dafür entscheiden würde. Eva-Lotte Wenderoth

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel