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E-Scooter sind nicht effizient und schlecht recycelbar

E-Scooter fahren, das heißt, ein Trittbrett zu fahren, welches mit 20 Kilometern die Stunde über den Boden säuselt. Nahezu ungehört schlängeln sich die Tretroller durch die Menschenmengen, ohne Rücksicht auf andere. In Großstädten sollen und müssen sie sich mit den Fahrrädern die oftmals eh schon knappen und oftmals zugeparkten Fahrradwege teilen, dennoch sieht man sie immer öfter auf Fußgängerwegen, illegal versteht sich. Paris hat die Strafe dafür auf 135 Euro angehoben, obwohl es dort anfangs noch legal war.

Elektromobilität kommt immer gut an, gerade zu Zeiten von Fridays for Future. Wer will nicht seinen ökologischen Fußabdruck besonders klein halten, um dann statt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder gar dem ÖPNV mit einem (Leih-)Roller zu fahren, deren durchschnittliche Akku-Lebensdauer durch die Benutzung mehrerer Leute bis zu 28 Tage umfassen sollen – und danach die ressourcenaufwendigen Lithium-Ionen Akkus entsorgt und wieder hergestellt werden müssen. Momentan werden übrigens die Roller als Ganzes vernichtet, da man noch keine wechselbaren Energiespeicher hat – wenn sie nicht gerade wieder im Wasser herumtreiben.

Die Konsumgesellschaft macht die E-Scooter zu einem gefährlichen Spielzeug, ohne wirkliche Vorteile, eine Hommage an die gute alte Zeit als Kind – nur, dass man fauler geworden ist. Umfragen und Analysen der Gothaer Versicherung und Civity nach, nutzen die meisten die Roller als Fußersatz für kurze Strecken bis zu zwei Kilometern. Diesen 55 Prozent stehen nur 38 Prozent entgegen, die E-Scooter als Ersatz für den klimafreundlichen ÖPNV zu benutzen – von einem Abwenden von den Autos mal ganz abgesehen. Einer Untersuchung der North Carolina State University nach stoßen E-Scooter pro Meile und pro Fahrgast mehr Treibhausgase als ein Dieselbus aus. So viel zur Revolutionierung der Mobilität. Fahrräder oder sogar E-Bikes sind immer noch schneller, sicherer, günstiger und vor allem deutlich ökologischer – besonders, wenn es um Ausleihen und wiederaufladen der gemieteten geht.

Damit E-Scooter was bringen sollen, müssten sie haltbarer, effizienter und besser recycelbar werden – wovon man heutzutage noch weit entfernt ist. Momentan tragen sie mehr zum Klimawandel bei, als dass sie ihn abwenden. Und solange E-Scooter nur als „Last-Mile“-Verkehrsmittel zählen, wird sich wohl nichts dran ändern. Marc Wohlfart

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