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Ein bauliches Vakuum entsteht

Archivartikel

Da schlug vergangene Woche die Abrissbirne ein zweites Mal in die bereits auf dem Marktplatz liegenden Trümmer des Hauses am Markt ein: Der Bensheimer Bürgermeister hatte im vergangenen Jahr noch behauptet, dass ein bauliches Vakuum zwischen Brunnen und Kirche zu keiner Belebung des Marktplatzes führen würde, also undenkbar für das neue Konzept Innenstadt ist. Kaum ein Jahr später ist dies aber die Lösung: Weg mit dem Haus am Markt, her mit dem freien Blick auf Sankt Georg – und schon strömt die Menschheit in die Bensheimer City? Wer die Kommentare in der Facebook-Gruppe „Die Bensemer“ verfolgt, könnte glatt meinen, dass die gähnende Leere in der Innenstadt allein die Reaktion auf eine (historisch übrigens nie relevante und nur nach der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg resultierende) Blickachse ist. Schließlich stand vor dem Haus am Markt, wie wir es kannten, das alte Bensheimer Rathaus an dieser Stelle und verdeckte eine andere Kirche. Die Allroundlösung für unsere Stadt ist das sicherlich nicht. Schließlich blamiert sich der Marktplatz mit seinen sogenannten Rennstreifen und sonst schwer begehbaren Pflaster. Hinzu kommt, dass der Blick auf die beiden Türme eben nicht nur von einer rechten, sanierten Altbau-Seite, sondern auch von den zerfallenden Häusern Marktplatz zwei und drei flaniert werden wird – sollte es jemals so weit kommen. Die Frage nach einem tragfähigen Innenstadtkonzept überschattet die Stadt an der Bergstraße zwar, aber viel wichtiger sind die Fragen, wie sich Bensheim in den kommenden Jahren in puncto bezahlbarer Wohnraum, Verkehrssicherheit, Luftreinheit und Klimaschutz entwickeln wird. Bis neulich, Eure BAte

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