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Umfrage Die Jugendredaktion befragte Teilnehmer einer Kundgebung am Samstag auf dem Bensheimer Marktplatz

Ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt

Archivartikel

Am Samstag fanden sich über 100 Menschen auf dem Bensheimer Marktplatz zusammen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Ausschlaggebend für diese Zusammenkunft war der gewaltsame Tod des US-Amerikaners George Floyd, verursacht durch Polizisten. Einige Redner traten ans Mikrofon und taten ihrer Meinung kund. Vor Ort befragte die Redaktion der BA-Jugendseiten BAnane einige Menschen, ob sie schon einmal Zeuge oder gar Opfer von Rassismus geworden sind, was sie von dieser Kundgebung halten und was sich ändern muss.

Erdinc: „Ich selbst bin noch nie Opfer von Rassismus geworden, vermutlich, weil ich nicht den Stereotypen eines Menschen mit Migrationshintergrund entspreche. Dieser wird oftmals leider schlechter behandelt. Auch in meinem Beruf als Lehrer bekomme ich das ab und zu von meinen Schülern erzählt und handele. Ich denke, dass wir in unseren Schulen noch mehr Gleichberechtigung erzeugen müssen. Das wirkt sich sonst später auch auf die Bewerbung und den Job aus. Diese Kundgebung selbst wird vermutlich leider weniger alltäglichen Rassismus bekämpfen. Aber es wird ein Gemeinschaftssignal gesendet, was sehr wichtig ist. Zudem wird an das Problem selbst erinnert, was auch sehr wichtig ist. Bemerkenswert ist die Arbeit der Schüler, die dieses Projekt organisiert haben.

Samir: Sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule bekam ich oftmals Rassismus zu spüren. Dieser hat mich damals eher kaltgelassen. Mit der Zeit lernte ich aber immer mehr, was wirklich hinter diesen Sprüchen oder Taten steckt. Und das bedrückt mich gerade heute. Ich persönlich finde es gut, dass es diese Kundgebung heute gibt, da nun immer mehr Menschen dieses Problem näher erläutert wird. Vorarbeit gegen Rassismus sollte ein ganzes Leben gelehrt werden, schon ab dem Kindergarten.

Saskia: Rassismus musste ich bei einer Polizeikontrolle an einem Bahnhof erleben. Hierbei wurden wir zu dritt kontrolliert, wobei eine Person, die dem Anschein nach einen Migrationshintergrund hat, doppelt und dreifach kontrolliert wurde. Unsere Kundgebung setzt ein Zeichen, dass wir da sind und gegen den Rassismus aufstehen. Alltäglicher Rassismus ist unser Hauptproblem. Um dieses zu beheben, müssen wir uns selbst und unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Das kommt nicht von heute auf morgen und ich verstehe nicht, was noch passieren muss, dass dieser Umbruch stattfindet.

Sufian: In meiner Kindheit in Pakistan wurde meine religiöse Gruppe stark verfolgt und ich wurde in der Schule falsch behandelt. Als ich nach Deutschland kam, wurde ich in der Schule fair behandelt und habe sogar mein Abitur gemacht. Meine Mitschüler und ich kamen sehr gut miteinander aus und halfen Zuwanderern zum Beispiel auch selbst Deutsch zu lernen. Das Problem Rassismus ist groß. Aber bei jeder Kundgebung bekommen Menschen neue Eindrücke, was das Wichtigste ist. Jeder sollte sich selbst Fragen, was man selbst als gerecht empfindet und jeder auch andere daran erinnern, ohne das Konflikte entstehen. Marco Mautry

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