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Reisebericht Sagres Der portugiesische Ort an der Algarve ist ein Wassersportparadies / Eine Mitarbeiterin der BAnane-Jugendredaktion hat dort einen Kurs belegt

Einer der beliebtesten Surfspots weltweit

Archivartikel

Die Algarve in Portugal ist rund drei Flugstunden von Frankfurt entfernt. Die schönsten Strände, ganzjährig tolles Wetter und vor allem sehr gute Surfbedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene – all das findet man an der portugiesischen Küste. Neben Frankreich hat Portugal außerdem die größte Auswahl an Surfschulen und -camps. Mich verschlug es in den Westen der Algarve, nach Sagres, nahe dem Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes.

Sagres ist abgelegen und abenteuerlich: Meterhohe Klippen, tobendes Meer und weitläufige Strände prägen das Landschaftsbild. Nicht umsonst ist Sagres einer der beliebtesten Surfspots weltweit. Das ganze Jahr gute Bedingungen, beach breaks ohne Ende – wo gibt es das schon in Europa? Unter einem beach break versteht man Wellen, die auf einer Sandbank brechen. In der Regel sind diese weniger gefährlich und eignen sich daher zum Surfen lernen. Da Sagres ein beliebter Spot zum Surfen ist, entgeht man dort dem Pauschaltourismus. Die kleine Stadt hat ihr ganz eigenes Flair: Beachlife-Feeling pur. Aufgrund der Empfehlung einer Freundin entschied ich mich für das Surfcamp „Sagres Natura Surf Company“. Surfen ist ein anspruchsvoller Sport, der neben körperlicher Fitness auch Mitdenken erfordert. Mit guten Trainern und viel Durchhaltevermögen ist es aber möglich, innerhalb einer Woche schon Fortschritte zu machen, auf dem Surfboard zu stehen und zumindest kleine white waves, also schon gebrochene Wellen, zu surfen. Durchhaltevermögen deshalb, weil man als blutiger Anfänger sehr oft vom Board fällt, sich immer wieder aufrappeln, gegen die Wellen ankommen muss und vor allem so viel Salzwasser schluckt wie noch nie zuvor.

Nicht zu unterschätzende Kraft

Außerdem sollte einem auch bewusst sein, dass dieser Sport, je nach Wetterverhältnissen, gefährlich werden kann. Das Meer hat eine nicht zu unterschätzende Kraft, die einen auch mal minutenlang unter Wasser ziehen kann. Dann heißt es: den Kopf mit den Armen schützen und so lange die Luft anhalten, wie es nur geht. Technik ist beim Surfen das A und O. Das fängt bei der Liegeposition auf dem Board schon an: nicht zu weit vorne, nicht zu weit hinten, nicht zu weit links oder rechts. Die falsche Liegeposition macht einem das Aufstehen und somit das Surfen unmöglich. Dann gibt es zwei Punkte auf dem Brett, auf denen jeweils die Füße stehen müssen. Stehen sie dort nicht, wird das Brett kippen und man fällt ins Wasser. Neben der Technik ist auch das Timing entscheidend. Man muss sich im richtigen Moment aufs Board legen, im richtigen Moment beginnen zu paddeln, und sobald man die Welle unter sich spürt, mit der korrekten Technik aufstehen. Das klingt einfach, das sieht einfach aus, aber das ist ganz und gar nicht einfach. Während der Trockenübung am Strand ist der ganze Kurs noch begeistert, alle führen die Bewegungen perfekt aus. Selbstbewusst geht man nun ins Meer, um das Gelernte endlich anzuwenden, und schon kommt das Erwachen bei allen Kursteilnehmern. Doch der Moment, in dem man nach gefühlt tausend misslungenen Versuchen endlich auf dem Surfboard steht und eine kleine Welle reitet, ist unbezahlbar – ein Freiheitsgefühl, wie man es selten erlebt.

Das Surfcamp war ein super Erlebnis. Auch wenn surfen am Anfang hart ist und einen in die Verzweiflung treiben kann, ist es für mich eine der besten Sportarten, die es gibt. Ich hätte nicht gedacht, in Portugal ein neues Hobby zu finden – aber so war es. Antje Heitland

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