Bananeweb

Buschbrände „Die meisten Teile Australiens waren direkt oder indirekt in irgendeiner Weise betroffen“

Feuerkatastrophe in Down Under

Archivartikel

Bereits im Dezember waren die Buschbrände in Australien Thema Nummer eins in den Medien. Vor allem die Zahl von rund einer Milliarde toter Tiere und Bilder des Opera Houses, dessen Dächer aus grauem Qualm hervorragten, schockten die Öffentlichkeit. Die Region zwischen Sydney und Melbourne war in den letzten Wochen besonders stark betroffen. Aber wie gehen Bewohner anderer Teile Australiens mit den Buschbränden um?

Meine Gastfamilie, bei der ich vergangenes Jahr als Au Pair gearbeitet habe, lebt beispielsweise in Brisbane. Dort blieben die Einwohner glücklicherweise von den Feuern verschont. Trotzdem bekommen auch sie die Folgen der Waldbrände zu spüren. Meine Gastmutter Hannah schilderte mir ihre Eindrücke der letzten Wochen und Monate.

Vom Feuer verschont

Obwohl die Waldbrände erst im Winter in den Fokus der deutschen Medien gerieten, begannen die Feuer meiner Gastmutter zufolge bereits im September im Norden Queenslands. Dann wanderten sie die australische Ostküste entlang, umrundeten Südaustralien und fraßen sich ihren Weg die Westküste entlang Richtung Perth.

Die Heimatstadt meiner Gastfamilie liegt nördlich von Sydney und wurde von den Feuern verschont. Allerdings berichtet meine Gastmutter von Rauch, der auch nach Brisbane zog. So waren auch sie in ihrem Alltag von den Folgen der Waldbrände betroffen. Im Kindergarten durften sich die Kinder beispielsweise mehrere Tage nur drinnen aufhalten. Außerdem sammelte meine Gastfamilie Verpflegung für die freiwilligen Feuerwehrmänner, da diese keine Zeit hatten, zum Essen oder Duschen nach Hause zu gehen. In Geschäften wurde man gefragt, ob man den zu zahlenden Betrag nicht aufrunden wolle, um auf diese Weise Geld für die betroffenen Regionen zu spenden.

Zudem betonte meine Gastmutter die schweren Folgen der Brände für die Tier- und Pflanzenwelt Australiens. So versorgte meine Gastfamilie zum Beispiel Vögel, die unter den heißen Temperaturen und der Dürre litten, mit Wasser. Und auch Touristenregionen wie Kangaroo Island sind von den Feuern erfasst worden.

Das Fazit meiner Gastmutter lautete letztendlich: „Most parts of Australia have been affected in some way, whether directly or indirectly, and the ongoing impact is yet to be determined“ (Die meisten Teile Australiens waren direkt oder indirekt in irgendeiner Weise betroffen und die anhaltenden Auswirkungen müssen erst noch ermittelt werden). Laura Kress

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel