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Interview Die aus der Region stammende Autorin Michaela Weiß spricht über ihren Debütroman „Vielleicht sind wir alle Monster“

Fortsetzung folgt

Archivartikel

Ein Schuss. Der Mann fällt nach hinten wie ein Kartoffelsack. Er bewegt sich nicht mehr.

Niklas beobachtet den Mord an einem anderen Menschen. Aber er geht nicht zur Polizei, sondern nimmt Kontakt zu Jan, dem Mörder, auf. Wieso tut er das? Wer ist der Mann? Wieso hat Jan den Mann umgebracht? Fragen über Fragen, mit denen sich Niklas auseinandersetzt. Seine Gedanken hält er dabei in seinem Tagebuch fest. Und er stellt sich darüber hinaus die Frage „Sind wir alle Monster?“.

Michaela Weiß’ Roman „Vielleicht sind wir alle Monster“ erschien Mitte dieses Jahres. Sie ist erst Mitte Zwanzig, und mit dem Jugendthriller hat sie ihr erstes Buch auf den Markt gebracht. Wir hatten die Gelegenheit, mit der jungen Autorin, die aus der Umgebung kommt, ein Interview zu ihrem Buch und ihren Plänen für weitere Veröffentlichungen zu führen.

Auf deiner Seite schreibst du, dass du schon lange eigene Geschichten schreibst. Wann hast du damit angefangen?

Michaela Weiß: Geschichten schreibe ich seit der Schulzeit, ungefähr seitdem ich 14 war. Ich hatte aber schon als Kind eigene Geschichten erfunden, die ich dann zum Beispiel auf Kassetten aufgenommen habe.

Was inspiriert dich bei deinen Geschichten?

Weiß: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Meistens sind es irgendwelche Themen oder, noch abstrakter, Gefühle und Eindrücke, die mir durch den Kopf schwirren und mich so auf neue Ideen bringen. Was mir auch sehr hilft, ist, einfach Musik zu hören und abzuschalten. Auch Bilder oder Worte triggern manchmal Ideen. Dadurch spielen sich dann neue Szenen in meinen Gedanken ab.

Wann hast du angefangen „Vielleicht sind wir alle Monster“ zu schreiben, und wie lange hast du dafür gebraucht?

Weiß: Das war ungefähr im Winter 2015/2016. Wann ich fertig war, ist schwer zu sagen, da man als Hobby-Autor ja recht unregelmäßig an seinen Geschichten schreibt. Nach dem eigentlichen Schreiben folgen dann ja auch noch einige Korrekturen. Ich würde schätzen, dass ich etwa ein Jahr an dem Buch geschrieben habe. Dann hat es sicher nochmal ein Jahr gebraucht, bis ich mit allen Korrekturen und Ergänzungen zufrieden war, und bis ich mir dann auch sicher war, es an einen Verlag schicken zu wollen. Dann hat es nochmal ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis mir der Brighton Verlag eine positive Rückmeldung gegeben hat. Bevor es dann ans Cover und Lektorat ging, habe ich selbst nochmal ein paar Änderungen an der Geschichte vorgenommen. Denn inzwischen waren mir wieder einige Punkte aufgefallen, die ich gerne noch verbessern wollte. Bei mir ist das zumindest normal, dass ich nach einer Weile immer wieder etwas finde, das ich noch umändern würde. Dadurch, dass man als Autor ständig wächst, findet man auch immer wieder neue Methoden, die Geschichte noch lebhafter zu machen. Und wenn ich in einem Jahr wieder „Vielleicht sind wir alle Monster“ lese, habe ich wahrscheinlich wieder Ideen, was ich noch hätte verbessern könnte. Das ist beim Schreiben wohl Fluch und Segen zugleich.

Wenn man sich so lange mit einer Geschichte beschäftigt, fließt sicher auch einiges von einem selber in die Figuren ein. Wie war das bei dir?

Weiß: Ich glaube, ein kleiner Teil von einem selbst fließt immer in die Charaktere ein, doch vieles an ihnen ist auch absolut anders. Gerade das ist aber das Wunderbare an den Figuren. Man lernt viel Neues durch sie kennen, das man selbst nicht in sich hat, aber gleichzeitig erkennt man auch einen kleinen oder größeren Funken von sich selbst in ihnen wieder.

Und was möchtest du mit deinem Werk beim Leser erreichen oder auslösen?

Weiß: Ich finde es wichtig, dass man Dinge hinterfragt und darüber nachdenkt. Über das Leben und die Welt allgemein, andere Menschen und auch sich selbst. Ich glaube, es tut uns allen gut, wenn wir weniger ich-bezogen sind und anderem gegenüber tolerant und aufgeschlossen bleiben. Mit meinem Buch möchte ich ausdrücken, dass jeder von uns anders ist, dass alles einen Grund hat und sich in jedem von uns ein Monster verbirgt, das unter den richtigen Bedingungen ausbrechen könnte. Dass es nicht nur einen Standpunkt, eine Meinung und eine Wahrheit gibt, ein Richtig und ein Gut, sondern viele verschiedene Möglichkeiten davon. Ich möchte sagen, dass es wichtig ist, ehrlich zu sein, vor allem zu sich selbst. Dass es gut tut, zu sich selbst zu stehen, trotz aller Widersprüche, die wir in uns tragen.

Wir sind schon am Ende unseres Interviews, daher jetzt zu einer letzten wichtigen Frage: Ist das nächste Werk schon in Planung?

Weiß: Ja. Im November erscheint mein neuer Jugendroman „Seelenfall“ beim Brighton Verlag. Es geht um einen Seelentausch, ein neues Leben, viel Chaos und Geheimnisse. Darüber hinaus habe ich auch noch mehr Manuskripte, die ich gern überarbeiten will und dann zur Veröffentlichung einreichen möchte. In so vielen Jahren, die ich schon schreibe, hat sich da einiges an Ideen und bereits fertigen Geschichten angesammelt.

Ich finde es immer spannend, mich mit Autoren auszutauschen. Vielleicht bekomme ich ja Gelegenheit, Michaela Weiß’ nächstes Buch „Seelenfall“ vorzustellen. Außerdem hoffen wir – die Autorin und ich – dass der eine oder andere Gefallen an dem Thriller gefunden hat und ihn nun lesen möchte. Cara Metzner

Info: Eine Langversion des Interviews findet ihr hier: www.carasbuecherwahn.blogspot.de

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