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Welttag I Der 12. Februar ist der internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten – 250 000 von ihnen sind derzeit in kriegerische Handlungen involviert

Für Entwaffnung, Entlassung und Wiedereingliederung am Red-Hand-Day

Archivartikel

Amnesty International fordert DDR! Nein, damit möchte die Hilfsorganisation keine Neuauflage sozialistischer Staatsformen, sondern Kinder aus dem Kriegsdienst holen. Die Buchstaben stehen für eine Entwaffnung (Disarmament), eine Entlassung aus dem Militär (Demobilization) und eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft (Reintegration). Wie wichtig DDR wirklich ist, wird am heutigen Red-Hand-Day beziehungsweise dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten Außenstehenden vor Augen geführt.

Kinder im Militärdienst sind in Afrika leider keine Seltenheit. Schätzungen zufolge sind derzeit 250 000 Minderjährige dort in kriegerische Handlungen involviert. Zum Vergleich: Das entspricht fast der Einwohnerzahl von ganz Wiesbaden. Schockierend sind die Zahlen der getöteten und verwundeten Kinder in den letzten beiden Jahrzehnten. In diesem Zeitraum sind zwei Millionen gefallen, sechs Millionen wurden verwundet. Die hohe Sterblichkeit liegt darin begründet, dass Kindersoldaten schlechter ausgerüstet werden als Erwachsene und oftmals als Zielscheibe missbraucht werden. Auffallend ist des Weiteren, dass der Einsatz von Kindersoldaten vor allem in zwei Ländern gang und gäbe ist: in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

Neben dem Red-Hand-Day werden zahlreiche weitere Maßnahmen durchgeführt, um Kinder aus diesem grauenvollen Schicksal zu retten. Das Genfer Abkommen zum Beispiel verbietet einen Einsatz von unter 15-Jährigen, der Internationale Gerichtshof sieht darin ein Kriegsverbrechen. Deshalb verfolgt er die Anwerber, die sich anschließend in Den Haag für ihre abscheulichen Taten verantworten müssen. Seit George W. Bush verweigern die USA Ländern, die Kindersoldaten einsetzen, Militärhilfe. Allerdings wurde das Gesetz unter Barack Obama gelockert, weshalb es im Ausnahmefall wieder möglich wäre. Sophia Rhein

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