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Commerzbank-Arena Das Frankfurter Stadion ist mit 51 000 Plätzen eines der größten in Deutschland und beherbergt ein interessantes Museum

Fußballtempel mit bewegter Geschichte

Das Brandenburger Tor, die Wartburg oder auch das Hambacher Schloss – all dies sind geschichts-trächtige Orte. Aber auch Gebäude, denen man auf den ersten Blick nicht unbedingt einen historischen Wert zusprechen würde, sind Zeugen der Zeit geworden. So auch die Commerzbank-Arena in Frankfurt, Heimspielstätte des Bundesligavereins Eintracht Frankfurt. Mit einem Fassungsvermögen von 51 000 Zuschauern gehört sie zu den zehn größten Fußballstadien Deutschlands.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der heutige Standort der Arena jedoch noch von einer Schießanlage beansprucht. Diese musste allerdings nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund des Versailler Vertrages und der damit einhergehenden Entmilitarisierung Deutschlands geschlossen werden. Stattdessen veranlasste die Regierung der neu gegründeten Weimarer Republik den Bau eines Sportstadions, welches schließlich 1925 als „Waldstadion“ eröffnet wurde.

Während die Arena in der NS-Zeit hauptsächlich für Aufmärsche und politische Veranstaltungen genutzt wurde, wurde das Stadion in den 1950er Jahren wieder Schauplatz großer Sportereignisse, zum Beispiel der Leichtathletik-Meisterschaften 1955.

2002 begann dann aber der Umbau zum reinen Fußballstadion, in dem Leichtathletik-Anlagen keinen Platz mehr fanden. Drei Jahre später kam es schließlich zur Neueröffnung des Stadions, welches nun aufgrund seines Werbeträgers den Namen „Commerzbank-Arena“ erhielt. 2006 wurde die modernisierte Arena dann unter anderem einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der Deutschland den dritten Platz belegte.

Neben Fußballspielen wurden aber auch schon Wettkämpfe anderer Sportarten wie zeitweise American Football in der Commerzbank-Arena ausgetragen. Und auch Großveranstaltungen wie Weltrekordversuche oder Konzerte finden vor allem in der Sommerpause des Fußballs in dem großen Stadion statt. Aus diesem Grund muss der Rasen mehrmals im Jahr erneuert werden, was enorme Kosten verursacht. Für eine Rasenerneuerung rechnet man etwa eine halbe Millionen Euro.

Im Gegensatz zur Allianz-Arena, deren Eigentümer der Verein Bayern München selbst ist, gehört die Commerzbank-Arena der Stadt Frankfurt. Für Heimspiele muss die Eintracht das Stadion also wie alle anderen Veranstalter mieten. Trotzdem fühlt sich der Verein in der Commerzbank-Arena heimisch und hat dort auch seinen Fanshop sowie ein eigenes Museum untergebracht.

Wann kam es zur Gründung der Eintracht? Was waren die größten Erfolge des Vereins? Oder woher stammt eigentlich der von Fans häufig gebrauchte Ausdruck SGE? All diese Fragen werden in dem Museum beantwortet. So gibt ein Zeitstrahl zum Beispiel Aufschluss über die Gründung des „Frankfurter Fußball-Clubs Victoria“ sowie des „Frankfurter Fußball-Club Kickers“, welche 1911 zum Frankfurter Fußballverein fusionierten. Nachdem durch den Ersten Weltkrieg ein Gemeinschaftsgefühl entstanden war, schloss man sich zudem auch noch mit dem Frankfurter Turnverein zur „Turn- und Sportgemeinde Eintracht Frankfurt“ zusammen. Hier tauchte also erstmals der Begriff der heute allgemein bekannten „Eintracht“ auf. Aufgrund zunehmender Differenzen zwischen Turnern und Fußballern begannen letztere, sich zunehmend als „Frankfurter Spielgemeinde Eintracht“ zu betrachten. Hier hat der Begriff „SGE“ also seinen Ursprung, obwohl dieser mit dem heutigen Vereinsnamen „Eintracht Frankfurt“ nicht mehr viel zu tun hat. Neben dem Zeitstrahl können sich Besucher auch über Pokale der Eintracht oder Videoaufnahmen besonderer Fußballspiele freuen.

Was in dem Vereinsmuseum des ehemaligen Waldstadions deutlich wird: Sport ist immer auch ein Stück Geschichte. Laura Kress

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