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Gefühlsdistanz

Archivartikel

Sich zu distanzieren kann manchmal echt eine Kunst sein. Ich meine damit nicht, einfach wegzugehen. Das geht ja ganz einfach – obwohl wahrscheinlich auch nicht immer. Du stehst einer Person entgegen und sagst kein Wort, gehst einfach. Oder: Du erklärst noch, wieso du gleich auf dem Absatz kehrtmachen wirst, einfach gehen wirst. Was würde passieren? Was würde das in uns auslösen? Wie würde sich die Person dabei fühlen? Stellen wir uns das Ganze doch mal in einer anderen Welt vor. Stellen wir uns vor, wir wären gerade in unserer Gefühlswelt unterwegs. Niemand da, nur wir und unsere Emotionen. Was würden wir also tun? Möglichkeit eins, um sich von einer Emotion zu distanzieren: Einfach gehen, umdrehen, nichts sagen. Keine Erklärung dafür, warum wir unserem Gefühl gerade den Rücken zuwenden. Wäre das gut für uns? Könnten wir so schneller abschließen? Schneller distanzieren? Würden wir dann rennen, anstatt zu gehen? Oder wäre es vielleicht eher eine Art Verdrängung? Eine Emotion einfach im Raum stehenlassen. Ohne vorher mit ihr zu reden, ohne vorher heraus zu finden, was sie uns zu sagen hat. Möglichkeit zwei: Erst erklären, wieso man geht. Das bedeutet, wir setzen uns mit der Emotion, der wir gegenüber stehen auseinander. Wir fragen, warum sie gerade hier ist, und was sie mit uns zu tun hat. Wäre das vielleicht besser? Könnten wir so besser verstehen, wieso wir uns von diesem Gefühl distanzieren wollen? Könnten wir so „in Frieden“ davon laufen, oder würden wir uns nur vorgaukeln, das Ganze geklärt zu haben? Welchen Weg gehen wir am Ende? Werden wir uns verirren? Welcher Emotion stehst du jetzt gerade, in diesem Moment gegenüber? Und auf welche Weise würdest du dich von ihr distanzieren wollen?

Bis neulich, Eure BAte

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