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Erfahrungsbericht Fehlkäufe und gebrauchte Kleider via App verkaufen und dem Fast-Fashion-Trend entgegen wirken / Alten Lieblingsstücken eine zweite Chance geben

Gut für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel

Freitag: Endlich mal wieder Zeit, den Kleiderschrank aufzuräumen. Was sich im Laufe der Monate da so ansammelt und in den Untiefen verschwindet, will auch regelmäßig sortiert werden. Wer kennt es nicht? Es gibt diesen Lieblingspulli, der schon längst zu eng oder kurz geworden, die Jeans, die zwar cool aussieht ist, aufgrund ihrer Farbe aber nie getragen wurde, und den einen oder anderen Fehlkauf.

Irgendwann kann man alles mal tragen

Wirklich davon trennen möchte sich aber trotzdem niemand – vielleicht ergibt sich ja doch irgendwann wieder die Gelegenheit, das Teil zu tragen. Schluss damit! Wer sich, seinen Eltern und den anderen Kleidern im völlig überfüllten Schrank einen Gefallen tun möchte, befreit ihn von der Last dieser Stücke. Doch wohin mit den Teilen? Wegschmeißen kommt nicht infrage, für den Altkleidercontainer sind sie irgendwie zu schade – die Kleider sind schließlich wie neu und waren auch nicht billig. Welche Option bleibt dann noch? Im digitalen Zeitalter lautet sie: über eine App verkaufen.

Samstag: Nach eingehender Recherche ist das Portal gefunden, in dem die Klamotten landen sollen. Mithilfe einer kostenlosen App mache ich Fotos von den zu verkaufenden Kleidungs- und Schmuckstücken, lade sie hoch und gestalte meine Anzeigen. Klar, das Prozedere dauert. Aber das Drapieren und Inszenieren der ehemaligen Lieblingsstücke macht richtig Spaß, denn im Nu verhilft man den alten Kleidungsstücken zu einem neuen Leben.

Sonntag: Schon kommt die erste Anfrage, jemand möchte meinen Abiball-Anzug und ein altes Band-shirt kaufen. Schnell und unkompliziert ist der Kontakt und die ersten Stücke sind verkauft. Also packe ich den Anzug in ein Päckchen, schreibe die Adresse auf den Karton und verschließe alles sicher. Das Bandshirt wird in einer Versandtasche in seine neue Heimat Oldenburg geschickt. Hoffentlich haben die neuen Besitzer ihre Freude daran.

Mit wenig Aufwand sich ein paar extra Euro verdienen

Fazit: Das Verkaufen unpassender oder ungeliebter Teile via App hat drei entscheidende Vorteile. Erstens leben die Kleidungsstücke länger, was letztlich auch die natürlichen Ressourcen schont. Zweitens kommt man mit vielen netten Menschen in Kontakt. Was früher im Container gelandet ist, bringt schließlich, weil das Verfahren weder kompliziert noch langwierig ist, bei wenig Aufwand ein paar Euros für die eigene Tasche. Ich finde: Ein guter Weg, dem Fast-Fashion-Trend entgegenzuwirken und gegen eine Art Schutzgebühr den ehemaligen Lieblingsstücken eine zweite Chance zu geben. Moritz Müller

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